Landratswahl

Steffen Burchhardt bleibt Landrat

Steffen Burchhardt (SPD) bleibt für weitere sieben Jahre Landrat des Jerichower Landes. Der Amtsinhaber setzte sich am Sonntag mit 70 Prozent gegen seinen Herausforderer von der CDU, Jan Braunsberger, durch.

Von Thomas Pusch
Kay Gericke gratuliert Landrat Steffen Burchhardt zu seiner Wiederwahl beim SPD-Wahlabend in Gübs.
Kay Gericke gratuliert Landrat Steffen Burchhardt zu seiner Wiederwahl beim SPD-Wahlabend in Gübs. Foto: Anke Reppin

Burg - Am Ende war es ein klares Rennen. Mit rund 70 Prozent setzte sich Amtsinhaber Steffen Burchhardt bei der Landratswahl gegen Jan Braunsberger (CDU) durch. Den Sonntag hatten beide unterschiedlich verbracht, um sich auf einen langen Abend vorzubereiten.

Der Tag im Zeitraffer:

10 Uhr: Landrat Steffen Burchhardt lässt den Sonntag sportlich angehen. Mit seinen beiden Söhnen geht er Badminton spielen. Jan Braunsberger betreibt nach einem kleinen Frühstück mit seiner Frau noch Wahlkampf. „Wir haben in Gerwisch einen kleinen Stand aufgebaut und verteilen Kugelschreiber, an die, die einen Stift vergessen haben“, sagt er gegenüber der Volksstimme.

12 Uhr: Die Mittagessenzeit naht, auch bei Steffen Burchhardt in Möser. Jan Braunsberger hat derweil in Hohenseeden Platz genommen und freut sich auf eine Portion Spargel. Und über die positive Stimmung, die er unter den Wählern ausgemacht hat. „Ich habe sehr viele nette Gespräche geführt“, sagt er.

14 Uhr: Steffen Burchhardt macht sich auf, um mit den beiden Hunden der Familie die Natur zu genießen. Die Radtour führt ihn nach Hohenwarthe an die Elbe. Jan Braunsberger ist mittlerweile im Kloster Jerichow. Einerseits, um sich ein bsschen Beistand von oben abzuholen, andererseits, weil es eine beeindruckende Anlage ist und Jerichow dem Landkreis den Namen gegeben hat, dessen Geschicke er als Landrat führen will.

16 Uhr: Für Burchhardt kommt es am Nachmittag zwei Stunden bevor die Wahllokale schließen, darauf an, sich positiv abzulenken. Braunsberger ist derweil im Café Katharina in Dornburg, wo richtig großer Sonntagnachmittag-Andrang herrscht.

18 Uhr: Die Wahllokale schließen. Es wird eine erste Prognose veröffentlicht, die die CDU bei 36 Prozent und einem Zuwachs von mehr als sechs Prozent sieht. Das erfreut Jan Braunsberger, und er geht zuversichtlich in den Wahlabend. „Bei zwei Kandidaten stehen die Chancen 50:50“, meint er. Bei den Burchhardts gibt es ein Familienabendessen, und die Gedanken schweifen nun auch in Richtung Wahl. Die Spannung steigt.

19.45 Uhr: Die Stadt Burg veröffentlicht auf ihrer Internetseite ein erstes Zwischenergebnis. 5 von 17 Wahllokalen sind in der Kreisstadt ausgezählt, Burchhardt liegt mit 74 Prozent vorn.

19.57 Uhr: Auf der Internetseite des Landkreises erscheint der Zwischenstand, nachdem 11 von 114 Wahlbezirken ausgezählt sind. Der Landrat hat die Nase mit 61 Prozent vorn.

21.47 Uhr: In der Stadt Burg ist die Auszählung abgeschlossen. Hier hat sich Burchhardt mit 74 Prozent durchgesetzt.

22.45 Uhr: Nun sind fast alle Wahlbezirke im Jerichower Land ausgezählt. Steffen Burchhardt ist für weitere sieben Jahre als Landrat wiedergewählt. Mit der satten Mehrheit von 70 Prozent hat er Jan Braunsberger weit hinter sich gelassen.

Im Gespräch mit der Volksstimme betont der alte und neue Landrat, dass sein Wahlsieg eine Teamleistung gewesen sei. Wahlen gewinne man nicht allein. Er sagt auch: „Mir ist nicht bange um die nächsten Jahre. Wir müssen uns als SPD nicht verstecken. Wir gewinnen Mehrheiten für die Themen im Jerichower Land.“ 70 Prozent seien ein ordentlicher Rückenwind.

Er habe in den vergangenen sieben Jahren viel Arbeit vor Ort betrieben, Entscheidungen erklärt, versucht, die Menschen mitzunehmen. Das spiegele sich nun im Wahlergebnis wider, das kaum regionale Unterschiede zeigt. Im Vorfeld hat er die Wahl als Zeugnis für seine Arbeit bezeichnet. „Dass das Jerichower Land mich zu gut zwei Dritteln gewählt hat, ist ein gutes Zeugnis“, lautet nun sein Fazit.

Im Vorfeld habe er viel positives Feedback bekommen, das gebe ihm Zuversicht auch für die kommenden sieben Jahre. Am Wahlabend sei er sehr fokussiert gewesen, schließlich gebe es keine Prognosen, nur ein Gefühl.

Burchhardt dankt besonders seiner Frau. Die Kinder seien noch recht klein gewesen, als er das Abenteuer Landrat eingegangen sei. Da sei ein guter Teil der Arbeit an ihr hängen geblieben.

Als fairer Verlierer zeigt sich Jan Braunsberger. „Ich gratuliere dem wiedergewählten Landrat, das habe ich ihm auch schon geschrieben“, sagt er im Gespräch mit der Volksstimme. Dennoch sei er mit dem Wahlausgang gar nicht so unzufrieden. „Es aus dem Stand auf 30 Prozent in einem Landkreis zu schaffen, in dem mich kaum jemand kennt, ist doch ein gutes Ergebnis“, lautet seine Einschätzung. Die Corona-Bedingungen hätten es zudem schwer gemacht, Wahlkampf zu führen und sich bekannter zu machen. Jetzt komme es darauf an, was in sieben Jahren zu schaffen sei. Denn die Kandidatur bei der Landratswahl soll keine Eintagsfliege gewesen sein. „Ich möchte wieder antreten“, kündigt er an.

Es hat nicht gereicht für Jan Braunsberger, der mit seiner Ehefrau Karolin den Abend mit CDU-Freunden verbrachte.
Es hat nicht gereicht für Jan Braunsberger, der mit seiner Ehefrau Karolin den Abend mit CDU-Freunden verbrachte.
Foto: Thomas Pusch