Burg/Genthin l Die Tafeln leisten im Landkreis einen wichtigen Beitrag, um einkommensschwachen Familien über die Runden zu helfen. Das Diakonische Werk im Landkreis betreibt zwei Tafeln in Burg und Genthin. Von Montag bis Freitag sind hier Mitarbeiter im Kreis unterwegs, um von den Supermärkten und Discountern Lebensmittel abzuholen und zu verwerten, die sonst im Müll gelandet wären.

Auch Nutzer aus dem Umkreis

Einmal in der Woche, sagt Christiane Vibrans, komme der registrierte Benutzer der Tafel zur Ausgabestelle. Menschen, die die Tafel nutzen wollen, müssen bedürftig sein und dies nachweisen, erzählt die Chefin der Burger Tafel. Das Diakonische Werk registriere die Tafelnutzer. Die durchschnittliche Nutzerzahl der Tafel hat sie dabei erfasst. Während die Essener Tafel zuletzt bundesweit für Schlagzeilen sorgte, weil sie nur noch eingeschränkt neue Menschen aufnehmen wollte, gibt es dieses Problem in Burg nicht. „Wir haben den Höhepunkt hinter uns“, sagt Christiane Vibrans.

2016 sei die Zahl der Menschen, die auf die Lebensmittel der Tafel angewiesen waren, deutlich höher gewesen, als noch im vorigen Jahr. Eindeutig sei hier ein Zusammenhang mit der Zahl der Flüchtlinge zu sehen, die damals in Deutschland angekommen waren. Viele Flüchtlinge nutzen die Möglichkeit der Tafel, bestätigt sie.

Neben den Bürgern der Kreisstadt richte sich das Angebot auch an die Bürger der Nachbargemeinden Möser und Biederitz, die über keine eigene Tafel verfügen.

Die vom Lebensmittelhandel gespendeten Lebensmittel werden von den Tafeln des Diakonischen Werkes in Genthin und Burg abgeholt und zu Lebensmittelpaketen neu sortiert. Dazu erhält die Tafel auch Unterstützung vom Jobcenter. Arbeitsgelegenheiten werden hierbei finanziert. Nur mit Freiwilligen sei der Job kaum zu erledigen.

Täglich reisen die Mitarbeiter durch das halbe Kreisgebiet und fahren die Lebensmittelmärkte ab. Sie unterstützen die Tafeln. Lebensmittel, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen und nicht mehr verkauft werden können, spenden die Unternehmen an die Tafeln. „Die Zusammenarbeit mit den Märkten funktioniert gut“, bestätigt Christiane Vibrans.

Je nach Jahreszeit schwanke auch bei der Tafel das Angebot. Mal gebe es weniger und mal mehr zu verteilen. Zwischen Jahresbeginn und Ostern sei das Spendenaufkommen aus den Märkten eher gering, hat sie festgestellt. Rund ein Drittel weniger Lebensmittel erhalten die Tafeln in der Zeit.

Unterschiedliche Spenden

Außerdem sind die Lebensmittelhändler auch darauf bedacht, den Einkauf der Lebensmittel weiter zu optimieren. So gebe es Märkte in der Stadt, die sehr wenig spenden, erzählt sie. Die immer ausgefeilteren Warenwirtschaftssysteme in den Handelsunternehmen sorgen dafür, dass die Märkte immer genauer die Nachfrage einschätzen können.

Auf der anderen Seite sorgen die Tafeln dafür, dass weniger Lebensmittel im Müll landen. Täglich ist der Andrang bei der Burger Tafel groß, wenn sich die Türen zu den Räumen öffnen und die Menschen ihre Lebensmittel in Empfang nehmen dürfen. Geht das Spendenaufkommen aus dem lokalen Handel aber weiter zurück, könne es durchaus vorkommen, dass die Lebensmittel nicht für alle reichen, sagt sie. Dann müssten sie es am nächsten Tag wieder versuchen. Ein Anspruch auf eine bestimmte Menge Lebensmittel in der Woche oder einem Tag habe der registrierte Tafelnutzer nicht.