Burg l Eigentlich hätte man ihn „Tag des Wassers“ nennen müssen, denn: Petrus zeigte nur wenig Erbarmen für den „Tag der Ihle“, den die Laga GmbH am Sonnabend auf die Beine gestellt hatte. Schon von Beginn an bedecken Wolken den Himmel, und dann kam er: der Regen – und blieb. Dennoch fanden viele Besucher ihren Weg in die Ihlegärten und freuten sich wie Daniel Arnds über das musikalisch bunte Programm. Er trotzte dem Regen zusammen mit seiner Familie im Pavillon vor der Bühne. „Bisher gefällt es uns sehr gut.“

Dem schloss sich auch Reinhard Henckel an. Er ließ sich von Hans-Georg und Maria Tietze erklären, wie zu früheren Zeiten ein Seil gedreht wurde. Mit wenigen Handgriffen und fleißigem Kurbeln spann er aus vier Fäden ein festes Seil unter den fachkundigen Augen Hans-Georg Tietzes. „Es ist auf jeden Fall interessant, dieses Verfahren direkt zu sehen“, meinte Henckel.

Ausstellung der „Burger Ansichten“

Der historische Faden zog sich vom Eingang Hainstraße bis zum Eingang am Breiten Weg, geschmückt von großen Aufstellern, die historische Aufnahmen der Kreisstadt zeigen – Burger Ansichten. „Wir sind von den Veranstaltern gefragt worden, ob wir uns nicht beteiligen wollen“, erläuterte Kevin Polefka. Die neun Tafeln veranschaulichen, welche Bedeutung die Ihle für die Stadt Burg hat. „Wir haben viele der Motive von Heimatforscher Heinz Jericho erhalten“, sagt Marco Herbort.

Bilder

Der Burger hatte die Facebook-Gruppe ins Leben gerufen. „Wir versuchen weiterhin, die 2000 Ansichtskarten zu sammeln, die es laut Heimatforscher Paul Nüchterlein geben soll“, so Herbort. Der Sprung ins Offline-Leben hat zum „Tag der Ihle“ fließend geklappt.

Um die Bedeutung der blauen Ader Burgs weiß auch Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD). „Der Fluss ist einer der Hauptgründe, aus dem sich die Menschen damals in der Region niedergelassen haben.“ Handeln, leben – und eben auch den Standort verteidigen: All das bedeutete der Fluss für die ersten Siedler.

Heute ist die Ihle vor allem eins – ein Teil des Stadtbilds und am Sonnabend auch ein Anziehungspunkt für junge und ältere Burger. „Ich freue mich, dass trotz des Wetters viele Burger Platz genommen haben“, sagte Rehbaum mit Blick auf den fast vollen Pavillon vor der Bühne.

Fluss als zentrale Punkt für Stadtentwicklung

Auch Günther Lange trotzte dem Regen in den Ihlegärten. „Das wurde hier alles toll gestaltet“, sagte er mit Blick auf die zurückliegende Landesgartenschau. Was ihn besonders störte: dass ständig etwas zerstört werde auf den Flächen. „Aber heute gefällt es mir gut“, erklärte er und war sich sicher: Ein paar Burger finden heute noch den Weg zum Fluss.