Trogbrücke Hohenwarthe

Touristenmagnet bald mit neuem Besucherzentrum?

Sie ist ein echter Besuchermagnet. Die längste Kanalbrücke der Welt, die Trogbrücke in Hohenwarthe, könnte jetzt auch ein Besucherzentrum mit Cafeteria, Toiletten und Ausstellungsraum erhalten.

Von Anke Reppin
Die für Tourismus zuständige Amtsleiterin Christel Krawzoff und Mösers Gemeindebürgermeister Bernd Köppen mit den Plänen für ein Besucherzentrum an der Trogbrücke in Hohenwarthe. Foto: Anke Reppin

Hohenwarthe

Der Bau eines Besucherzentrums an der längsten Kanalbrücke der Welt und Europas größter Stahlkonstruktion, der Trogbrücke in Hohenwarthe, ist in greifbare Nähe gerückt. Am 25. Mai entscheiden Mösers Gemeinderäte, ob sie die Finanzierung im Gemeindehaushalt 2021 absichern wollen.

Die Vorplanungen sehen einen langgestreckten, eingeschossigen Flachbau auf einem gemeindeeigenen Grundstück an der Ecke Wallstraße und Besucherparkplatz der Trogbrücke vor. In einem Foyer soll es einen Empfangsbereich mit Infotresen geben. Eine Ausstellungsfläche und eine Cafeteria mit Shop sind auch geplant. Toiletten, Schließfächer für Garderobe und Gepäck und ein Hauswirtschaftsraum sollen das Angebot für die Besucher, die aus ganz Deutschland und dem Ausland kommen, abrunden. Ebenfalls geplant ist eine Fahrradstation mit Radboxen.

Mösers Gemeinderäten liegen zur Entscheidung Skizzen, Lageplan, Grundriss und Außenansicht des geplanten Gebäudes von einem Magdeburger Architektenbüro vor. Die Kosten werden auf etwa 700.000 Euro geschätzt, ohne Außenanlagen und Ausstattung. Die Förderung könnte zirka 561.000 Euro betragen.

Der heutige Tourismuspavillon an Trogbrücke Hohenwarthe ist eine Leihgabe des Landkreises Jerichower Land.
Foto: Anke Reppin

Von einem Besucherzentrum an der Trogbrücke ist schon im Integrierten Entwicklungskonzept der Gemeinde aus dem Jahr 2016 die Rede. Ziel sei neben einem großen Marketingeffekt auch die Positionierung der Gemeinde Möser „im internationalen Wissenschafts- und Techniktourismus“, heißt es darin. 2020 war das Projekt für eine europäische Förderung angemeldet worden. Durch den Ausfall anderer Projekte gab es Anfang 2021 überraschend positive Signale für eine kurzfristige Förderung. Mösers Gemeindebürgermeister Bernd Köppen (parteilos) hatte erste Pläne Ende Februar öffentlich gemacht, ohne zuvor die Gemeinderäte zu informieren. Das hatte ihm Kritik eingebracht und er hatte sich für sein Vorpreschen entschuldigt.

In den aktuellen Haushaltsberatungen kommt aus den Ortschaftsräten ebenfalls Kritik an dem Projekt, das nun kurzfristig finanziert werden soll. Hohenwarthe solle ein solch großes Projekt bekommen, während die Ortschaft Möser seit Jahren auf die Finanzierung eines Spielplatzes und eines Bolzplatzes warte, hieß es beispielsweise.

Für das neue Besucherzentrum an der Trogbrücke in Hohenwarthe gibt es bereits einen Entwurf.
Foto: Anke Reppin

Lange Zeit hatte es direkt an der Trogbrücke nur den Parkplatz gegeben. Immer wieder war Kritik laut geworden, dass Touristen hier noch nicht einmal Toiletten zur Verfügung stünden. 2019 lieh der Landkreis Jerichower Land den heutigen Tourismuspavillon an die Gemeinde Möser aus. Hier empfängt die Gemeinde seither Touristen mit Infomaterial und bietet Führungen zu den Bauwerken des Wasserstraßenkreuzes an. Das Angebot wurde schnell sehr gut angenommen. Gut 800 Touristen monatlich besuchten den Pavillon schon kurze Zeit nach seiner Eröffnung.

„Das Wasserstraßenkreuz ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal des Landkreises, welches auch überregional von Bedeutung ist“, sagt Landrat Steffen Burchhardt (SPD). Das touristische Potenzial der Trogbrücke, inklusive der Schleusen sei zweifelsohne vorhanden und könnte durch ein Informationszentrum weiter ausgebaut werden. Seit Jahren gebe es auch in der Landeshauptstadt Bestrebungen zu einem zentralen Anlaufpunkt für Besucher auf der Magdeburger Seite, die bislang ohne Erfolg geblieben seien. Aufgrund der Größe des Projektes verbleibe trotz Förderung jedoch „ein nicht unerheblicher Eigenanteil bei der Gemeinde“, betont Burchhardt. Deshalb müsse sorgfältig abgewogen werden.

In Hohenwarthe gibt es derweil Vorschläge, ein solches Besucherzentrum weiter zu ergänzen. Ein Gewerbetreibender schlägt vor, eine Art Erlebnismeile mit Spielgeräten für Klein und Groß auf dem Deich zwischen Trogbrücke und Doppelsparschleuse zu errichten.