Kurz aber heftig - vom Montag-Hagel am stärksten betroffen waren Schartau und Parey

Unwetter-Schäden entlang der Elbe: Kaputte Vordächer und umgeknickte Bäume

Von Falk Heidel 20.06.2012, 05:19

Umgeknickte Straßenbäume, zerstörte Vordächer und kleinere Überschwemmungen sind das Ergebnis eines kurzen aber heftigen Unwetters am Montag in einigen Teilen des Jerichower Landes. Polizei und Feuerwehr sprechen von Schäden an Autos und Mauern, aber verletzt wurde niemand.

Parey/Schartau/Blumenthal l "Plötzlich wurde es stockfinster, es donnerte gewaltig, es regnete, und dann kam der Hagel. Nach einigen Minuten war schon wieder alles vorbei." So schildert Peter Barsch aus Lostau seinen Blick auf das Unwetter am Montag gegen 17 Uhr. Hagel, Starkregen und Sturmböen zogen über Teile des Jerichower Landes. Betroffen ist die Elbregion von Schartau und Blumenthal über Parey nach Derben und dann weiter über einen Teil von Jerichow nach Osten. Auch Genthin war noch leicht betroffen. Dagegen blieben Orte wie Burg oder Karow verschont. Auch in anderen Gebieten von Deutschland kam es vermehrt zu Gewittern zwischen Nordrhein Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern.

Die meisten Schäden haben Sturm und Hagel in Parey verursacht. 20 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Parey, Bergzow und Zerben haben mit ihrer Spezialtechnik zehn umgeknickte Bäume von den Straßen geräumt. "Heftig erwischt hat es den Bittkauer Weg mit mehreren Bäumen", sagte der stellvertretende Gemeindewehrleiter Steve Flügge auf Volksstimme-Nachfrage. Weitere Bäume sind im Bereich der Kirche und der Jerichower Straße umgestürzt. Ein Ahorn am Grundstück zur Alten Gemeinde ist zwar zur Hauptstraße hin umgefallen, jedoch hat die riesige Wurzel die Mauer massiv beschädigt.

Wie Janin Heine das Kurzzeit-Unwetter erlebte, schildert die Pareyerin so: "Eben noch heiß und Sonnenschein, prasselten im nächsten Moment dicke Hagelkörner und ein ziemlich heftiger Regenguss auf uns nieder. Das Schauspiel der tanzenden Hagelkörner war nach wenigen Minuten wieder vorbei, die Pfützen jedoch überaus ergiebig."

Ähnlich erlebten es Marina und Franziska Conradi in Derben: "Unsere Solarlampen haben das Unwetter nicht überstanden. Der Lärm des prasselnden Hagels war ohrenbetäubend. In der Nachbarschaft hat der Hagel ein Carportdach wie ein Sieb durchlöchert."

Mehr als zwei Stunden lang waren die Feuerwehrleute in Parey im Einsatz. Während sie mit ihren Kettensägen die umgestürzten Bäume zerlegten, kamen binnen weniger Minuten Dutzende Schaulustige dazu: "Viele Leute haben unsere Arbeiten tatsächlich behindert. Sie haben sich und die Einsatzkräfte dabei in Gefahr gebracht", erklärte Gemeindewehrleiter Dietmar Kohrt gestern.

Einen Einsatz für Polizei und Feuerwehr in Burg gab es an der Straße nach Blumenthal. Autofahrer hatten das Revier alarmiert, weil ein Baum umzustürzen drohte. Sechs Feuerwehrmänner haben die Gefahr mit der Kettensäge beseitigt.

Schartaus Ortsbürgermeister Dr. Hans-Horst Borg berichtet: "Es wurden hier im Dorf zahlreiche Autos beschädigt sowie Dachfenster, Dachrinnen und Vordächer zerstört." In Mitleidenschaft gezogen wurden auch landwirtschaftliche Kulturen. Borg: "Unter anderem sind etliche Maisflächen enorm geschädigt. Die Hagelkörner hatten eine Größe von bis zu sechs Zentimetern und waren flächendeckend." Das Natur-Spektakel in Schartau mit sieben Millimetern Niederschlag dauerte nicht länger als fünf Minuten.