Burg l „2021 wird das große Planungsjahr.“ Die Ankündigung von Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) vor wenigen Wochen im Jahresinterview trifft vor allem auf den rund 135 Hektar großen IGP an der B 246a zu. Eines der größten Projekte ist dabei der Bau einer Entlastungsstraße in Richtung Landstraße 52. Mit Planung und Gutachen sind dafür allein 5,2 Millionen Euro vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen im dritten Quartal 2022 beginnen und sich bis in das zweite Quartal 2023 erstrecken, sagt Andrea Gottschalk, Sachgebietsleiterin Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung.

Danach soll dann die Lindenallee, seit 1991 der einzige Zubringer in den Gewerbepark, ausgebaut werden. Der Zahn der Zeit und zig Tausende Lkw haben mittlerweile deutliche Spuren hinterlassen. So werden mit Erschließungsstraße und Lindenallee allein in diesem abseits gelegenen Industrieareal rund acht Millionen Euro investiert. „Auch das ist ein wichtiger Beitrag, um den Wirtschaftsstandort Burg zukunftsfähig zu gestalten. Dafür wollen wir rechtzeitig die Weichen stellen“, so Gottschalk.

Intensive Diskussion vor Beschluss

Ein Vorlauf-Zeitraum von zwei bis drei Jahren ist dabei eine normale Zeitspanne. Auch deshalb wurde in den politischen Gremien und in den Führungsetagen von Unternehmen im IGP über die notwendige Entlastungsstraße intensiv diskutiert, bevor der Beschluss dafür gefasst wurde.

Dass die zusätzliche Straße unbedingt erforderlich ist, daran besteht kein Zweifel. So kommt auch der Magdeburger Planer Michael Klein in seiner Machbarkeitsstudie zu dem Schluss, dass das Hauptaugenmerk auf die „funktionale Entlastung der Hauptverkehrsader (Lindenallee) und die Schaffung einer Ausweich- und Umleitungsmöglichkeit sowie einer zusätzlichen Anbindung auch der hinter der Bahn liegenden Teile des Gewerbegebietes im Havariefall“ liegt. Wie wichtig dieser Aspekt ist, machte Kay-Ebe Schnoor mehrfach im Stadtrat deutlich. Der Unternehmer hatte an den Ausbau der B 246a mit Vollsperrung erinnert. „Wir saßen damals quasi in der Falle und waren froh, dass während dieser Zeit nichts passiert ist.“ Deshalb betrachtet auch der Burger Industrie- und Gewerbeverein (BIG), in dessen Vorstand auch Schnoor sitzt, die Entlastung als „schnellstmöglich notwendig“. Und zwar mit Anbindung an die Landstraße 52 – und nicht als Trasse, die wiederum auf die B 246a mündet.

Verschiedene Faktoren im Blick behalten

Denn auch diese Variante war eine von insgesamt vier Möglichkeiten, die abgewogen wurden. Die Diskussion dazu war keinesfalls einhellig. Immerhin mussten solche Faktoren wie Kosten, Nähe zur Wohnbebauung zwischen Siedlung und Ihletal, Eigentumsverhältnisse, Lärmpegel, Zeitspannen und umweltspezifische Besonderheiten berücksichtigt werden. Am Ende wurde die Variante, die sich trotz aller formalen Hemmnisse auch im Interesse der Unternehmen am zügigsten vorantreiben lässt, beschlossen. Die 1,4 Kilometer lange Trasse, die in einer Vergleichsmatrix die meisten Punkte erhielt, beginnt am Ende der Lindenallee und führt mit einigen Schlenkern durch die Feldmark. Laut Planung ist dafür ein Flächenerwerb von rund 31.100 Quadratmetern notwendig, wobei sich etwa 10.000 Quadratmeter im Eigentum der Stadt befinden. Ungefähr 21.000 Quadratmeter müssen noch erworben werden. Die Straße führt direkt auf die Notausfahrt der Bundeswehr. „Das ist unterm Strich die beste Lösung“, so Stadtchef Rehbaum. Die Entlastungsstraße würde nach bisherigem Stand zudem auch die künftige Ortsumgehung B1n tangieren, mit der ab 2030 gerechnet wird. Dadurch wäre auch eine direkte Anbindung an das IGP gegeben.