Üben im Verkehrsgarten

Vorschulkinder der Kita „Max & Moritz“ erleben Verkehrserziehung mit den Regionalbereichsbeamtinnen

Mit dem Verkehrsgarten in kurzer Distanz haben die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte „Max & Moritz“ beste Voraussetzungen, das richtige Verhalten im Straßenverkehr in einer ungefährlichen Praxis zu üben. In dieser Woche wurden sie dabei von den Regionalbereichsbeamtinnen begleitet.

Von Manuela Langner 17.07.2021, 00:00
Im Verkehrsgarten kontrollierte Regionalbereichsbeamtin Juliane Gobel, ob die Kinder am Stop-Schild tatsächlich anhielten und den anderen Fahrradfahrern Vorfahrt gewährten. Dass nicht nur die Verkehrsschilder, sondern auch die Fahrbahnmarkierung zu beachten war, forderte die Kinder.
Im Verkehrsgarten kontrollierte Regionalbereichsbeamtin Juliane Gobel, ob die Kinder am Stop-Schild tatsächlich anhielten und den anderen Fahrradfahrern Vorfahrt gewährten. Dass nicht nur die Verkehrsschilder, sondern auch die Fahrbahnmarkierung zu beachten war, forderte die Kinder. Foto: M. Langner

Gommern - Oben auf die Verkehrsschilder gucken, unten die Fahrbahnmarkierung beachten und dabei noch das Fahrrad bedienen. Das ist gar nicht ohne, stellten die Vorschulkinder der Kindertagesstätte „Max & Moritz“ fest, als sie in dieser Woche im Verkehrsgarten unweit ihrer Kita übten. Mit den Regionalbereichsbeamtinnen der Polizei, Nadin Hesse und Juliane Gobel, sowie dem Schülerpraktikanten Felix Hünerbein hatten die Kinder gleich drei aufmerksame Begleiter, die sie auf ihren Fahrten im Verkehrsgarten beobachteten und Hinweise gaben.

Vor der Praxis übten die Jungen und Mädchen ihr Verkehrswissen in der Theorie. Bei den Ampeln für Autofahrer und für Fußgänger und bei vielen Verkehrsschildern wie „Achtung, Gefahrenstelle“, „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ oder „Vorfahrtsstraße“ wussten die Kinder schon gut Bescheid. Juliane Gobel lobte sie dafür ausdrücklich.

Zuerst nach links schauen beim Überqueren der Straße

Links und recht zu unterscheiden, hatten dagegen noch nicht alle Vorschüler verinnerlicht. Nadin Hesse erklärte ihnen, dass man beim Überqueren der Straße zuerst nach links schaue, weil die Autos zuerst von links kämen.

Gemeinsam mit den Kindern nahmen die RBBs und ihr Praktikant die kleinen Fahrräder unter die Lupe. Nur verkehrssichere Zweiräder erhielten eine Prüfplakette. Aber nicht jedes Fahrrad verfügte über eine funktionstüchtige Klingel oder Vorder- und Rücklicht sowie Reflektoren. Nadin Hesses Frage, weshalb man nicht allein mit der Vorderbremse scharf bremsen dürfe, konnten die Kinder selbst beantworten: „Weil man dann über den Lenker fliegen kann!“ Das sei ihm schon einmal passiert, räumte ein Junge ein.

Appell an die Eltern

Zwar trugen alle Kinder einen Schutzhelm, aber nicht jeder saß richtig auf dem Kopf. Einer war viel zu klein, andere waren zu locker und rutschten hin und her. Da half manchmal schon das Einstellen der Schraube. In einigen Fällen war der Gurt deutlich zu weit. Ein Finger dürfe zwischen Kinn und Gurt passen, aber bei Nadin Hesses Beispiel fand fast ihre ganze Hand Platz. Die Regionalbereichsbeamtin appellierte über die Kinder an die Eltern, ihre Söhne oder Töchter zum Kauf von Fahrrad und Schutzhelm mitzunehmen. Der Helm müsse richtig sitzen, um bei einem Sturz ordentlich zu schützen, und das Fahrrad müsste vom Kind richtig bedient werden können. Über die Kita-Erzieherinnen erhielten die Eltern ein Merkblatt, was alles zu einem verkehrssicheren Fahrrad gehört. Das ist Voraussetzung, um in der 4. Klassen an der Fahrradprüfung teilzunehmen.

Zu Fuß ging es den kurzen Weg zum Gommeraner Verkehrsgarten. Dort stellten die Kinder ihre Fahrräder ab und sprachen mit Juliane Gobel und Nadin Hesse noch einmal die vorhandenen Verkehrszeichen und die Fahrbahnmarkierungen durch, bevor sie ihre Runden drehten. Dabei gaben sich einige Kinder große Mühe, andere ignorierten trotz mehrfacher Hinweise immer wieder das Stop-Schild oder das Gebot, untereinander nicht zu dicht aufzufahren. Ein Kind hörte auf, weil es mit seinem Fahrrad nicht zurecht kam, ein anderes stoppten die RBBs, weil es mehr mit seinem (zu kleinen) Helm beschäftigt war, als sich auf das Fahrradfahren konzentrieren zu können.