Burg/Niegripp/Detershagen/Reesen/Gütter l Hunderte feierten ausgelassen die Burger Glühweinnacht. In Reesen strömten die Menschen zur Scheunenweihnacht. In Niegripp und Detershagen hatten rührige Geister liebevolle Märkte organisiert. Bezaubernd-besinnlich ging es in Gütter zu. Burg kann auch anders.

Burg kann feiern. Die Innenstadt rund um den Weihnachtsmarkt wurde am Sonnabendabend zur Partymeile mit der traditionellen Glühweinnacht und heißer Livemusik. Melli Olbertz von der Rock-Combo „Lennocks“ brachte am Magdalenenplatz mit ihrer rauchigen, elektrisierenden Stimme Dampf auf den Fetenkessel. In Sichtweite gab es Tanz aus der Konserve und Schwof mit Freunden in der Steinhaus-Brauerei.

Im Hexenkessel

Viele Burger müssen sich lange nicht mehr gesehen haben. Gefühlt hatte sich hier die gesamte mittlere Generation der Kreisstadt versammelt. Das „Steinhaus“ glich einem Hexenkessel. Bis in die Morgenstunden wurde getanzt, getrunken und geredet. „Das hat etwas von Rolandfest mitten im Winter - ich finde es klasse“, fand Thomas Herrmann aus Schartau.

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Viele Gäste waren der Ansicht, dass auch drei Tage Weihnachtsmarkt ausreichen: Freitags die Vorstellungen der Kindergärten, Schulen und Vereine, Sonnabend als Tanz und Feierhöhepunkt und am Sonntag als Familientag.

Claudia Bosch jedenfalls sagte: „In der Woche hat doch eh kaum jemand Zeit. Warum nicht gleich alles um das Wochenende herum organisieren?“ Sie und ihre Freundinnen haben jedes Jahr die Glühweihnacht als festen Termin in ihrem Kalender.

Jubläum in Niegripp

In Niegripp stand der 10. Weihnachtsmarkt an. Ob Angler, Sportler, Kita, Kirchengemeinde, Schule, Frauengruppe, Volkssolidariät oder Feuerwehr - jeder trug sein Scherflein zum fröhlich-besinnlichen Treiben an und in der Kirche bei. Mit der Kutsche brachte Dieter Runte aus Lostau den Weihnachtsmann nach Niegripp. Ortsbürgermeister Karl-Heinz Summa freute sich über das Gemeinschaftswerk. „Jeder möchte etwas beitragen, jeder packt mit zu“, lobte er.

In Detershagen brannten schon früh am Nachmittag Weihnachtsbaum und großes Feuer. Der erst in diesem Jahr gegründete heimat- und Sportverein unter dem Vorsitz von Peter Perner hatte einiges auf die Beine gestellt.

Die Feuerwehr packte mit zu. Oliver Wendes Zuckerwatte war der Renner bei den Kindern. Nur als der Weihnachtsmann mit Kutsche vorfuhr hatte er kurz das Nachsehen .

Rührige Truppe

Das neue Dach am Dorfgemeinschaftshaus nahe am Teich bestand seine erste Bewährungsprobe. Ortsbürgermeister Ingolf Meyer war‘s zufrieden. „Es ist eine rührige Truppe“, würdigte er den neuen Verein. Der war eher aus einem Zufall heraus entstanden. Auf einer Einwohnerversammlung im Frühjahr hatte Meyer gefragt, ob es Interesse gebe, einen solchen Verein zu gründen. „Und da gingen die Arme nur so hoch. Das war wie ein Aha-Effekt, wie sehr die Detershagener, ob die Alteingessenen oder die Zugezogenen, Interesse an ihrem Ort haben.“

Nach nur einem halben Jahr hat der Verein schon 35 Mitglieder, freut sich auch Peter Perner. „Schritt für Schritt wird es weitergehen.“ Angestrebt wird auch eine Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde.

Hunderte Besucher

Hunderte Besucher lockte die Scheunenweihnacht in Reesen an. Zum 4. Mal hatte der hiesige Heimatverein um seine Vorsitzende Hildegard Uhden eingeladen. Schnell füllte sich der Pfarrhof, auf dem es nach Kaffee, Deftigem und Grünkohl duftete. Es gab Musik. Der bärtige Rotmantel zog mit Handwagen über den Hof und erfreute die Kinder.

Mollig warm war es am Sonnabendnachmittag im Kirchturm Gütter. Doch es lag nicht nur an der Elektroheizung: Kaffee, Kuchen, heimeliges Kerzenlicht und ganz besonders das gemeinsame Singen, begleitet von Pfarrer Peter Gümbel, erzeugten diese festliche Atmospäre. „Seit wir keinen eigenen Gemeinderaum mehr haben, nutzen wir den Kirchturm für unser gesseliges Beisammensein“, so Ursula Mann, „Es ist zwar recht beengt und doch freuen wir uns jedes Mal aufs neue.“

Am nächsten Wochenende gibt es dann die lauschige Winkelweihnacht in Parchau. Die 7. Auflage beginnt am 16. Dezember um 14 Uhr.