Burg l Resignation hilft nicht weiter. „Wir müssen jetzt nach vorn schauen“, sagt Ivonne Koeppe, die ein Modegeschäft in der Jacobistraße betreibt. Zweifellos haben die vergangenen Wochen zu erheblichen Umsatzeinbußen geführt. Zwar konnten über Internetangebote, WhatsApp-Kontakte und Lieferservice einige Kosten abgefedert werden, „doch das waren nur kleine Stützen“. Deshalb ist die Geschäftsfrau nun wie die vielen anderen Einzelhändler froh, „dass es endlich wieder vorwärts geht und ein Stück Normalität eintritt. Denn lange hätten wir das nicht mehr so durchgehalten.“ Auch Cornelia Gentz, sie führt ein Schuh- und Lederwarengeschäft in der Magdeburger Straße, setzt darauf, dass es die Burger nun wieder verstärkt in die Innenstadt zieht. „Das wäre für uns alle gut.“ Damit der Fokus in diesen Tagen wieder vermehrt auf die Einkaufsmeile und die Geschäfte drum herum gelegt wird, werben die Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Geschäftsstraßenmanagement (GSM) und der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) für einen Einkauf in der Stadt. Aus diesem Grund wurden am gestrigen Montag 120 Flyer im A3-Format an die Händler in der Schartauer Straße verteilt. Unter der Überschrift „Einkaufen vor Ort“ weisen die Initiatoren darauf hin, dass in schwierigen Zeiten Solidarität gefragt ist und lokale Händler und Dienstleister auf die Unterstützung der Einwohner angewiesen sind, um ihr Angebotsportfolio auch der Krise aufrecht erhalten zu können.

Dass dies gelingt, davon ist Sebastian Essig vom GSM überzeugt. Er zog nach ersten Gesprächen mit zahlreichen Händlern ein positives Fazit. „Viele haben eine echte Durststrecke hinter sich, sehen aber nach den Corona-Lockerungen optimistisch in die Zukunft.“ Ein gutes Fundament dafür sei die #iloveBurg-Kampagne, die die Wobau bereits im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat und die jetzt immer mehr an Bedeutung gewinne. „Die lokale Identität kann so gestärkt werden“, sagt der Fachmann.

170 Firmen beteiligen sich an Plattform

Das ist auch für Wirtschaftsförderin Andrea Gottschalk entscheidend. Die von der Stadt in der vergangenen Woche initiierte Internetplattform www.iloveburg.stadtburg.info ist binnen weniger Tage zu einem zentralen Informationspunkt geworden. 170 Firmen haben sich bereits beteiligt. Interessierte erhalten somit einen aktuellen Überblick über alle geöffneten Geschäfte, Lieferservices und alternative Dienstleistungen. „Ob Einkäufe, Bestellungen oder Gutscheine – diese Informationen werden kompakt vorgehalten“, sagt Gottschalk.

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In Burg und den Ortschaften waren bislang rund 350 Unternehmen von den so genannten Corona-Eindämmungsverordnungen betroffen.