Baumpflanzungen

Wo bleibt der Ersatz für Baumfällungen in Möckern?

Die jüngsten Baumfällarbeiten entlang der Kreis- und Landesstraßen beschäftigte zuletzt die Mitglieder im Bauausschuss Möckern.

Von Stephen Zechendorf
Gefällte Bäume an der B 246 bei Zeppernick.
Gefällte Bäume an der B 246 bei Zeppernick. Foto: S. Zechendorf

Möckern - Kritisiert wurde, dass oft zwar Bäume entnommen werden, aber nicht in gleichem Umfang neue Bäume gepflanzt werden, und wenn, dann nicht dort, wo sie entnommen wurden.

Zuletzt waren an der Bundesstraße 246 zwischen Möckern und Zeppernick Baumfällungen durchgeführt worden. „Die Bäume mussten gefällt werden, da ihre Standsicherheit nicht mehr gegeben und damit die Verkehrssicherheit gefährdet war“, erklärt auf Nachfrage Peter Mennicke, Pressesprecher des Landesverkehrsministeriums.

Auch an der L 55 zwischen Loburg und Lindau waren zahlreiche Bäume entnommen worden. Im Ergebnis der Baumschauen seien hier trockene Birken gefällt worden, so der Ministeriumssprecher: „Die Nachpflanzungen erfolgen vor Ort, sofern dies nach bestehenden Regelwerken möglich ist. Sollte dies nicht der Fall sein, werden durch die Landesstraßenbaubehörde andere Flächen für die Ersatzpflanzung gesucht. Konkrete Planungen hierzu liegen noch nicht vor. Eine Festlegung, welcher Ersatz an welcher Stelle gepflanzt wird, erfolgt jeweils im Einzelfall in Abstimmung mit den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise.“ Stadtratsmitglied Jan Blaue wünschte sich hier ein Signal an den Landkreis Jerichower Land, dass mehr auf die Nachpflanzungen bei Alleen geachtet werde.

Landkreis hält sich zurück

Der Landkreis hatte sich auf Volksstimme-Nachfrage zurückgehalten mit klaren Aussagen dazu, wann, wo und in welchem Ausmaß Nachpflanzungen nach Fällungen erfolgen.

„Wenn Bäume eine Gefahr darstellen, dann sehe ich das ein. Aber die Bäume haben ja auch einen Wert, etwa als CO2 Speicher oder als Lebensraum für Tiere“, so Jan Blaue. Andere Ratsmitglieder bestätigten: Es werde viel gesägt, aber Nachpflanzungen seien nicht zu erkennen.

Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly: „Es scheint zu gelten, wo es schon Straßenbäume gibt, wird nicht mehr in die Lücke ersatzgepflanzt, weil der neue Baum zu nahe an der Straße stehen würde. Und das obwohl da 50 andere Bäume genauso nah dran stehen.“

Der Stadtchef forderte die Kreismitglieder als Dienstherr des Landkreises auf, „einfach mal ernsthaft“ solche Fragen der Kreisverwaltung zu stellen. „Wir werden sonst keine uns zufriedenstellenden Antworten bekommen.“ Aus dem Gebiet der Einheitsgemeinde Möckern sitzen fünf Mitglieder im Kreistag des Jerichower Landes.

Zuständigkeit unklar

Ratsmitglied Thomas Lindemann (Wählergem. Fläming) nannte ein Beispiel dafür, dass es mit dem Nachpflanzen nicht reibungslos klappt: Nachdem in Grabow Akazien gefällt wurden, kam es zu Unstimmigkeiten, wer für die Nachpflanzung zuständig sei: Das Ordnungsamt der Stadt, der Landesstraßenbaubetrieb oder die Straßenmeisterei. Lindemanns Empfehlung für alle Ratsmitglieder und Ortsbürgermeister: „Wir sollten nicht nachlassen und den verantwortlichen Stellen auf den Senkel gehen.“

Es gab aber auch Lob für Baumpflegemaßnahmen im Bereich der Landesstraßen. Wörmlitz’ Ortsbürgermeister Tobias Rudolph (CDU) lobte die Arbeit von Landesstraßenbaubetrieb, Möckerns Bauhof und einigen Landwirten, die an den Landstraßen morsche Pappeln entnommen hatten.