Ihleburg (mk) l  Auf einer Weide am Ortsrand wurde ein Kamerunschaf gerissen – mit typischem Kehlbiss. Offensichtlich gelangte Isegrim über die Wiesen an der Ihle auf das Grundstück. Eigentümer Frank Endert, der im Neuen Breiten Weg wohnt und mehrere Kamerunschafe hält, ist sich sicher, dass es sich um eine Wolfsattacke handelt. „Alle Anzeichen sprechen dafür“, sagte er – und fordert angesichts der zunehmenden Übergriffe auf Nutztiere „eine Kehrtwende in der Schonpolitik. Aus der massenhaften Vermehrung von Waschbär oder Biber wurde leider nichts gelernt“, ärgert sich der Tierhalter.

Erst vor einigen Wochen wurden auf einer Elbwiese bei Blumenthal acht Schafe von Wölfen gerissen. Eine Entschädigung hat Halterin Yvonne Knerr bis heute nicht erhalten.

In Sachsen-Anhalt breiten sich die Wölfe immer mehr aus. Laut Angaben des Umweltministeriums wurden bislang 78 Tiere in zwölf Rudeln gezählt. Das neue Regelwerk im Umgang mit dem Raubtier, das Ministerin Claudia Dalbert (Grüne) im Sommer vorgestellt hatte, erlaubt den Abschuss einzelner Problemwölfe, wenn diese wiederholt Nutztiere töten oder Schutzvorkehrungen überwinden.