Evangelische Grundschule Burg bereitet zweites Schuljahr vor

Zahl der Schüler wird sich ab August mehr als verdreifachen

Von Steffen Reichel

In ihr zweites Jahr startet die Evangelische Grundschule Burg im August. Der Schulbetrieb, der am 7. August 2010 mit nur acht Schülern unter dem Motto "Entdecke selbst, was in dir steckt und erlebe Gottes schützende Hände" begann, geht dann mit voraussichtlich 30 Kindern in die nächste Runde.

Burg. Mit dem Beginn des nächsten Schuljahres wird der Unterricht für die Kinder in den Klassenstufen 1 bis 3 stattfinden. Bisher lernen nur Erst- und Zweitklässler im Schulgebäude auf dem Gelände des Corneliuswerkes. "Dann brauchen wir natürlich auch mehr Räume", so Schulleiterin Heike Engelke.

Und so sind zurzeit Handwerker im "Haus gegenseitiger Achtung und vielfältigen Lernens", die die Voraussetzungen für den Unterricht im neuen Schuljahr schaffen. Nach dem Sommer wird die Evangelische Grundschule dann nicht nur über drei Klassenräume verfügen. Auch die Turnhalle, derzeit noch Baustelle, soll so schnell wie möglich nutzbar werden.

Die Evangelische Grundschule Burg ist nach wie vor die einzige Schule in freier Trägerschaft im Landkreis. Engagierte Eltern hatten einen Förderverein gegründet und sich seit 2007 bemüht, die freie Grundschule aus der Taufe zu heben. Dass dann tatsächlich im Jahr 2010 eröffnet werden konnte, war auch dem Umstand geschuldet, dass in der Evangelischen Johannes-Schulstiftung, einer gemeinsamen Stiftung der Evangelischen Kirche, des Johanniterordens und der Johanniter-Unfallhilfe, ein erfahrener Träger gefunden werden konnte, der inzwischen acht Grund- und Sekundarschulen in Sachsen-Anhalt unterhält, in Haldensleben, Gnadau, Magdeburg, Gardelegen, Wernigerode, Hedersleben und Burg.

Trotz des kirchlichen Hintergrundes und Profils, das sich unter anderem in zwei Stunden Religionsunterricht in der Woche widerspiegelt, ist die Burger Grundschule offen für alle Kinder, ob getauft oder nicht. "Viel wichtiger ist, dass die Kinder zu uns passen", so Heike Engelke.

Zum Team der Schule gehören neben der Leiterin zwei weitere Lehrerinnen, eine Pädagogische Mitarbeiterin und drei Honorarkräfte. Sie betreuen die Schüler derzeit maximal von 7 bis 17 Uhr, im Zusammenspiel mit dem an die Schule angeschlossenen Hort in Trägerschaft des Corneliuswerkes. Wie mit dem Hort arbeitet die Schule auch mit der Elternschaft eng zusammen.

Die Eltern, die meisten sind auch im Förderverein engagiert, treffen mit der Einschulung ihres Kindes in die Evangelische Grundschule Burg immer eine bewusste Entscheidung und legen großen Wert auf die besondern Angebote der Schule, bestätigt Eckart Grundmann, einer von 30 Mitgliedern des Fördervereins: musische Förderung, zeitiges Erlernen der Fremdsprache Englisch, individuelle Förderung durch eine Sprachtherapeutin und Sonderschullehrerin, enge Verbindung zur evangelischen Kirchengemeinde, Lernen in kleinen Klassen ... Bis maximal 80 Kinder in den Klassenstufen 1 bis 4 sollen die Evangelische Grundschule Burg perspektivisch besuchen. "Mehr als 20 Schüler pro Klasse sollten es nicht sein, besser wären höchstens 18", so Heike Engelke.

Das große Interesse "ihrer" Eltern an der Bildung der Kinder sei ab dem ersten Tag zu spüren, so die Schulleiterin weiter. So sind die Eltern auch bereit, das Schulgeld von 80 Euro pro Monat zu zahlen. Wer über ein nur geringes Einkommen verfügt, kann sich an den Sozialfonds der Schulstiftung wenden, die das Schulgeld unter Umständen ganz oder teilweise übernimmt. "Natürlich gibt es auch Geschwisterrabatt", so Heike Engelke.

Zum Engagement vieler Eltern gehört es auch, ihre Kinder zur Schule, die etwas außerhalb Burgs liegt, zu bringen und sie wieder abzuholen. "Das muss aber nicht sein", so die Schulleiterin. "Wir haben eine Bushaltestelle direkt vor unserer Tür und der Fahrplan wird nach Möglichkeit mit dem Busunternehmen abgestimmt", erklärt Heike Engelke.

www. evangelische-grundschule-burg.de