Burg/Genthin l Wie fühlt sich ein Soldat im Panzer? Haben Polizisten immer eine Waffe bei sich? Dies und noch viel mehr erfahren Schüler am 27. April beim Zukunftstag.

„Wenn sie sich außerhalb der Dienststelle bewegen, tragen Polizisten grundsätzliche eine Waffe“, sagt Burgs Reviersprecher Thomas Kriebitzsch: „Das ist in Deutschland Vorschrift.“ Auf dem Gelände des Burger Reviers an der Bahnhofstraße wird der Zukunftstag von 9 bis 13 Uhr stattfinden. „Wir werden für unsere Besucher einen Stationsbetrieb vorbereiten“, sagt Kriebitzsch. Unter anderem können die Schüler wie Kriminalbeamte die verborgenen Fingerabdrücke am Tatort sichern. Sie können im Fahrsimulator miterleben, wie sich ein Unfall im Rausch anfühlt oder für einen Großeinsatz am Fußballsonnabend in Helm und Schutzweste schlüpfen. Die Kapazität von etwa 25 Besuchern ist Kriebitzsch zufolge begrenzt, zugelassen wird nach Eingang der Anmeldung.

Die Kreisverwaltung des Jerichower Landes gehört erstmals zu den Gastgebern des Zukunftstages. Sprecherin Claudia Hopf-Koßmann. „Gesucht werden interessierte Schüler, die am 27. April 2017 die Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten in der Kreisverwaltung kennenlernen möchten. Egal, ob Mädchen mehr über technische und naturwissenschaftlichen Bereiche erfahren wollen oder Jungen Einblicke in die immer noch frauendominierten Fächer wie Bildung und Soziales anstreben, die Kreisverwaltung bietet ein breites Spektrum an unterschiedlichen Berufsbildern.“

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Hopf-Koßmann: „Alle Teilnehmer erhalten die Chance, verschiedene Bereiche kompakt an einem Tag kennenzulernen.“ So öffnen unter anderem das Feuerwehrtechnische Zentrum des Landkreises, die Baubehörde und die Kfz-Zulassungsstelle ihre Türen für die jungen Besucher. Außerdem werden der Ausbildungsberuf Verwaltungsfachangestellter und die Berufsbildenden Schulen Conrad Tack in Burg näher vorgestellt. Die Teilnahme ist für Schüler ab der 5. Klasse möglich. Unter allen Anmeldungen werden 20 Plätze vergeben.

Den Girls‘ Day rückt die Bundeswehr am 27. April in den Vordergrund. Vorzugsweise Mädchen sollen auf dem Gelände der Clausewitz-Kaserne den Alltag der Rekruten kennenlernen, „schließlich ist die Bundeswehr noch immer eine Männer-Domäne“, erklärt Kerstin Stösser, die beim Bataillon für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Ihren Angaben zufolge wird die Kaserne auf etwa 100 Besucher vorbereitet, die in verschiedenen Stationen einen Einblick in den militärischen Alltag bekommen werden. Unter anderem können sie sich eine Soldatenstube anschauen. Stösser: „Der Tag steht unter dem Motto ,Entdecke deine Stärken‘“. Entdecken können die Schüler diverse Militärfahrzeuge. Sie können erleben, wie ein Lager eingerichtet wird oder eine Hindernisbahn überwinden. „Dass eine Bundeswehr-Karriere auch für junge Frauen interessant ist, weiß Kerstin Stösser (34) aus eigener Erfahrung: „Ich habe mich erstmals vor 15 Jahren mit eine Militär-Laufbahn beschäftigt. Ich bin seinerzeit zur Bundeswehrberatung gegangen.“

Von Polizei bis Uni

Die Burger Helios-Klinik möchte Jungen und Mädchen verschiedene Berufsgruppen vorstellen und lässt die Schüler bei zahlreichen Mitmachaktionen in den Berufsalltag schnuppern. Interessierte können sich ab sofort im Bildungszentrum anmelden.

Der Zukunftstag ist ein Teil der Berufsorientierungsprogramme an weiterführenden Schulen. Der Tag soll dazu beitragen, den Schülern verschiedene Berufe näher zu bringen. „In der Helios-Klinik Jerichower Land erfahren sie Spannendes über die verschiedenen Berufsfelder und lernen die Strukturen eines Krankenhauses kennen“, erklärt Kliniksprecherin Katja Boese.

„Wir präsentieren am Zukunftstag die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Arbeit von Schwestern und Pflegern in der Klinik“, berichtet Dr. Dagmar Arndt. Sie ist die Leiterin des Helios-Bildungszentrums Jerichower Land. Bei Rundgängen durch die Klinik lernen die Jugendlichen weitere Bereiche kennen: Die Physio- und Ergotherapie, die Notfallambulanz, die Röntgenabteilung und die Funktionsdiagnostik. Arndt: „Dort freuen sich die Mitarbeiter, ihr jeweiliges Arbeitsgebiet an praktischen Beispielen vorstellen zu können. In diesem Jahr besteht auch die Möglichkeit, der Krankenhaustechnik sowie der Speisenversorgung der Klinik einen Besuch abzustatten, um weitere Arbeitsbereiche kennenzulernen.“

Für folgende Abteilungen können sich die Schüler anmelden:

• Vorstellung der Gesundheits- und Krankenpflege (Zentrale Notaufnahme, Diagnostik, Mutter-Kind-Zentrum, 9 bis 12 Uhr)

• Vorstellung der medizinisch-technischen Berufe (Radiologie, Labor, 9 bis 10.30 Uhr)

• Vorstellung der therapeutischen Berufe (Ergotherapie, Physiotherapie, 10 - 11.30 Uhr

• Vorstellung weiterer Berufsbilder der Klinik (Speisenversorgung, Krankenhaustechnik 10 bis 11.15 Uhr.

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg lädt Schüler ein, einen Blick in ihre Zukunft zu werfen. Mit einem Thementag zur Studien- und Berufsorientierung beteiligt sich die Universität unter dem Motto „Mit der Uni in die Zukunft!“ zum fünften Mal. Wissenschaftler zeigen Mädchen und Jungen der Klassenstufen 6 bis 9 einen Tag lang die vielfältigen Berufs- und Karrierechancen auf, die sich aus einem Studium an der Universität Magdeburg ergeben. Die Schüler haben Gelegenheit, mit Forschenden und Studierenden ins Gespräch zu kommen, sie lernen Männer und Frauen kennen, die Elektroautos entwickeln, neue Werkstoffe erfinden, Krankheiten mit Hightech-Medizintechnik behandeln, Blut für Patienten aufbereiten oder mittels MRT dreidimensional in den Körper schauen.

Mädchen und Jungen für neue Berufswege zu interessieren, das ist das Ziel des jährlich stattfindenden Zukunftstages. Jedes Jahr am 4. Donnerstag im April wird Mädchen und Jungen die Möglichkeit geboten, Berufsfelder kennenzulernen, die außerhalb einer traditionellen Orientierung liegen. So können sich Mädchen in naturwissenschaftlich-technischen Berufen umsehen und Jungen können einen Einblick in soziale, erzieherische oder pflegerische Bereiche erhalten. An diesem Tag öffnen wieder Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen. Diese Aktion gab es zum ersten mal 2001 unter dem Begriff Girls‘ Day. Allgemein sind Mädchen und Jungen ab der fünften Klasse angesprochen, aber es gibt natürlich auch Ausnahmen.