Seehausen l Vor ein paar Jahren wurden auch die Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde Seehausen auf den modernen, abhörsicheren Digitalfunk umgestellt. Die Geräte tun ihren Dienst. Was auch die nächsten Jahre so hätte bleiben können, wenn die Kommunikationstechnik der neuesten Generation nicht ab und zu so wie ein Smartphone ein Update bekommen müsste und wenn nicht die Marktwirtschaft mit ihren eigenen Gesetzen dazwischenfunken würde.

Weil es beim Gerätehersteller zum Eigentümerwechsel kam, der Neue aber auch seine eigene Software an den Mann beziehungsweise in dem Fall an Rettungsdienste bringen will, sollen die längst nicht abgeschriebenen Funkgeräte Ende 2019 praktisch noch Elektronikschrott sein.

Seit gut einem Jahr muss sich auch die Verbandsgemeinde Seehausen mit dem Thema auseinandersetzen. In den 34 Wehren des Einzugsgebietes betrifft das immerhin 102 Handfunksprechgeräte (wir berichteten). Je nach dem, wie beziehungsweise mit welchen Rabatten Ersatz beschafft wird, kommen da mal schnell 1000 Euro pro Funkgerät zusammen. Das entspräche in zwei Jahresscheiben gesplittet in etwa der Summe, die der Träger des Brandschutzes im Haushalt für Ersatzbeschaffungen bei Einsatzfahrzeugen zurücklegt. Von daher ist Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth froh, dass das Land seine Zusagen einhält und den Kauf von Ersatztechnik bezuschussen will.

Die erste Fördermittelzusage liegt inzwischen vor. 20 400 Euro fließen über das Innenministerium in den Norden der Altmark, um die erste Hälfte der Handfunksprechgeräte noch in diesem Jahr zu ersetzen. Die anderen 51 Funken sollen im kommenden Jahr folgen. Hoffentlich noch rechtzeitig, bevor die „Altgeräte“ stummbleiben und wie die früheren analogen Endgeräte ihren letzten Gang antreten.

Wie die neue Technik beschafft wird, ist noch unklar. Das einfachste wäre wohl, das über den Beschaffungsdienst des technischen Polizeiamtes zu erledigen. Aber laut Kloth müsse man genau prüfen, ob das nicht gegen Vergaberichtlinien verstößt und vielleicht doch ein Ausschreibungsprozere her muss, in dessen Folge das wirtschaftlichste Angebot berücksichtigt wird.

Mit den 102 Handfunksprechgeräten wird die Sache aber möglicher Wiese nicht ausgestanden sein. Noch immer ist nämlich unklar, was mit den fest verbauten Geräten in den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehren geschieht, ob die auch komplett ersetzt werden müssen oder ob es reicht, sie umzurüsten.