Schönebeck l Die Fusion der Feuerwehr Frohse mit der Stadtteilwehr Schönebeck von der Tischlerstraße soll bei der Stadtratssitzung am 21. März endgültig beschlossen werden. Davor wird der Zusammenschluss der beiden Wehren und damit die faktische Auflösung des Frohser Standortes noch in fünf Ausschüssen des Stadtrates diskutiert und vorberaten. Den Auftakt bildet am Montag die Sitzung des Bauausschuss.

Beschlussvorlage vom Ordnungsamt

Wörtlich heißt es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat, den das Sicherheits- und Ordnungsamt der Stadt Schönebeck ausgearbeitet hat: „Der Stadtrat der Stadt Schönebeck (Elbe) beschließt die Fusion der Stadtteilfeuerwehr Frohse und der Stadtteilfeuerwehr Schönebeck mit dem gemeinsamen Feuerwehrstandort Schönebeck, Tischlerstraße 5. Der Feuerwehrstandort Frohse wird nach der Fusion geschlossen.“

In der Beschlussvorlage für den Stadtrat begründet die Schönebecker Stadtverwaltung die geplante Fusion damit, dass sich die personelle Lage in der Stadtteilwehr Frohse seit 2014 ständig verschlechtert, so dass die personellen Voraussetzungen für die Leistungsfähigkeit der Feuererwehr nicht mehr gegeben seien.

So sank die Zahl der Mitglieder der Stadtteilwehr Frohe zwischen 2015 bis 2018 von neun auf sechs Mitglieder. Die Mindeststärke einer Stadtteilwehr von einer Staffel, die laut Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt aus sechs Personen besteht, konnte die Frohser Stadtteilwehr dennoch nicht dauerhaft sicherstellen. Daher rückt die Stadtteilfeuerwehr Schönebeck von der Tischlerstraße bereits seit 2014 bei jedem Einsatz in Frohse immer mit an. So besteht eine Staffel mindestens aus einem Gruppenführer, einem Maschinisten, zwei Truppführern und zwei Truppmännern.

Nur drei Kameraden im Einsatz

Doch 2018 erschienen laut der Beschlussvorlage der Schönebecker Stadtverwaltung nur noch drei Kameraden aus Frohse regelmäßig bei den Einsätzen. Vier Jahre zuvor waren es fünf Mitglieder. Allerdings ist selbst diese Einsatzbereitschaft nur in der Nacht und am Wochenende gegeben. Unter der Woche liegt die Einsatzbereitschaft der Frohser Wehr bei null Kameraden. Zudem hält die Stadtteilwehr nur zwei statt vier Atemschutzgeräteträger vor. „Eine selbstständige Brandbekämpfung ist nicht mehr sicherzustellen“, heißt es in der Begründung der Beschlussvorlage für den Stadtrat.

Allerdings habe es in der Vergangenheit immer wieder Versuche gegeben, um die Personalstruktur der Wehr in Frohse zu stabilisieren. Das sei jedoch ergebnislos verlaufen. Auch der Förderverein und die Jugendwehr wurde bereits vor einiger Zeit geschlossen.

Um die geplante Fusion der beiden Wehren vorzubereiten, hatte es in der Vergangenheit zudem mehrere Einladungen an die Kameraden aus Frohse zu gemeinsamen Ausbildungen am Standort an der Tischlerstraße gegeben. Die seien allerdings gar nicht angenommen worden. Zudem hatten die sechs stimmberechtigten Mitglieder der Feuerwehr Frohse im November geschlossen gegen die geplante Fusion gestimmt. Die 30 stimmberechtigten Mitglieder der Stadtteilwehr Schönebeck hatten hingegen mehrheitlich für die Fusion votiert, bei einer Gegenstimme. Die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung von der Tischlerstraße hatten bei der Jahreshauptversammlung kritisiert, dass sie in dieser wichtigen Frage kein Stimmrecht hatten.

Bauausschuss. Öffentliche Sitzung. Montag, 17 Uhr. Rathaus, Großer Sitzungssaal , Markt 1, Schönebeck.