Gardelegen l „Wenn man eine besondere Stadt sein möchte mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums, dann gehört das einfach dazu.“ Der CDU-Landtagspolitiker Uwe Harms hat bei der Pressekonferenz zur Auswertung der Kommunalpolitik der CDU auch eines seiner Lieblingsthemen, die fehlenden öffentlichen Toiletten am Gardeleger Bahnhof, auf die Agenda gesetzt. Mitte September hatte der CDU-Mann aus Klötze ein Plakat im Buswartehäuschen am Bahnhof angebracht, um damit Gesprächspartner zum Thema zu finden. Ende Oktober folgte die Auswertung. Ergebnis: zahlreiche Gespräche mit Bürgern, die ein öffentliches Bahnhofsklo begrüßen würden. Das fehlt seit Jahren, seitdem die Deutsche Bahn das Bahnhofsgebäude aufgegeben hat.

„Das ist schon eine sehr wichtige Angelegenheit. Sonst hätte ich das nicht so vehement mit meiner Person verbunden“, betonte Harms. Als positives Beispiel führte er Klötze an. Dort sei eine Örtlichkeit neu gebaut worden, gleich am Lidl-Markt mit einem barrierefreien Parkplatz daneben. Und eine zweite Örtlichkeit soll folgen, und zwar am Klötzer Busbahnhof. Einwohner der Stadt und vor allem aus dem Umland seien begeistert. Positiv sei, dass die Stadt Gardelegen das Problem offenbar auch erkannt habe, denn Bürgermeisterin Mandy Zepig, mit der er in dieser Angelegenheit auch schon ein Gespräch hatte, habe im Stadtrat erklärt, dass sie an Lösungen arbeite. „Ich bin da guter Hoffnung“, so Harms. Es gebe auch Förderprogramme für solche Aufgaben. Bis zu 80 Prozent der Kosten könnten damit gesichert werden. „Der Herr, der die Fördermittel dafür verwaltet, war auch schon zweimal im Stadtrat“, so Harms. Er habe der Stadt seine Kontakthilfe angeboten.

Initialzündung für Bahnhof

Wie könnte die Lösung aussehen? „Wir haben uns die alten Toiletten im Bahnhofsgebäude angesehen. Die könnte man wieder instand setzen“, erläuterte CDU-Stadtrat Marko Kutz beim Pressegespräch im CDU-Wahlkreisbüro. Harms sieht das anders. „Ich bin eigentlich Verfechter eines deutlich sichtbaren Würfels im Rosenbeet“, sagte Harms. Damit Fremde das Örtchen leichter finden. Aber es gehe nicht nur um die Bahnhofstoiletten, sondern um den Bahnhof insgesamt. Der sehe schlimm aus. Das betonte auch Stadtratsvorsitzender Kai-Michael Neubüser. Die Toilettendiskussion sei quasi als Initialzündung zu sehen, um das Thema Bahnhof insgesamt wieder auf die Agenda zu setzen. Die Union sehe jedenfalls mit breiter Mehrheit Handlungsbedarf.

Harms betonte erneut den Status der Stadt als Grundzentrum mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums. Er werde sich weiterhin auf Landesebene dafür einsetzen, dass Gardelegen zum Mittelzentrum wird. Denn das wiederum habe zur Folge, dass die Stadt auch wesentlich mehr Zuweisungen im Rahmen des Finanzausgleichsgesetzes erhalten würde. Aufgrund der Bedeutung, die Gardelegen beispielsweise in wirtschaftlicher Sicht hat, sei es wichtig, dass die Stadt als vollwertiges Mittelzentrum anerkannt werde, so Harms. Im Moment allerdings stünde dieses Thema in Magdeburg nicht auf der Tagesordnung. „Es würde aber Sinn machen, wenn zum Beispiel solche Aufgaben, wie öffentliche Toiletten, erledigt werden“, so Harms. Er erinnerte an den Tag des offenen Denkmals mit vielen auswärtigen Besuchern in. An diesem Tag hätte nicht eine einzige öffentliche Toilette zur Verfügung gestanden, weder die hinter dem Haus II der Stadtverwaltung, noch die auf dem Tivoliplatz, die mittlerweile schon seit Jahren geschlossen sei.