Ipse l „500 Jahre Reformation, was bedeutet das für die grüne Wiese – nichts?“, fragt sich Tino Mottschall, Vorsitzender des neuen Vereines Ipse excitare und weiter, „wo sind die Reformatoren, die Zweifler an den Vorgaben der Oberen?“ Diesem Thema will sich der Verein widmen und erkunden, wie tiefgläubig oder zweifelnd und im Aufbruch die Altmark vor 500 Jahren war.

Reformation in den Vordergrund rücken

Eines sei sicher. Der Aufbruch müsse spürbar gewesen sein mit der Rede des Reformators, evangelischen Theologen und Schüler Luthers, Bartholomäus Rieseberg, am 11. November 1539 in der Marienkirche. Und daran will der Ipser Verein anknüpfen und die Reformation für jedermann erlebbar machen. Denn die Kirchen der Altmark hätten die Predigten erlebt zu den 95 Thesen, die Diskussionen, die Zweifel und die Angst vor dem Fegefeuer, wenn der Ablass nicht gekauft wird, ist Mottschall überzeugt.

Der Verein hat dazu eine Projektidee entwickelt. Die Altmark habe viele Kirchen. Die Zahl der Kirchgänger und Gläubigen nehme stetig ab, und die alten steinernen Zeitzeugen (Kirchen) scheinen nicht mehr von Interesse zu sein, weil sie einzeln stehen, führt Mottschall aus. „Warum die Kirchen nicht einfach mitein- ander verbinden mit einem Wanderweg, einem Altmark-Kirchenwander oder -reitweg“, so Mottschall. Zentraler Ausgangspunkt und Kirche Nummer eins sollte die Gardeleger Marienkirche sein, die als Ausgangspunkt der Reformation in der Altmark angesehen werden könne durch die Rede Riesebergs.

Gardeleger Marienkirche als Ausgangspunkt

Optimal wäre es, wenn sich 95 Kirchen finden würden, die miteinander durch Wander-, Rad- und Reitwege verbunden werden. An jeder Kirche soll eine Metallplatte oder ein Info-Schild mit einer These Luthers angebracht werden. Dazu sollten zwei Bänke und ein Fahrradständer vor den Kirchen aufgestellt werden, damit die Besucher „in Ruhe über die These und die Interpretation im Heute nachdenken können“. Außerdem soll vor jeder teilnehmenden Kirche eine Lutherrose gepflanzt werden. Die Aufstellung der Info-Schilder und das Pflanzen der Rosen könnten im Rahmen von Gottesdiensten erfolgen, die sich inhaltlich mit den jeweiligen Thesen beschäftigen sollen – nach dem Motto „Was wollte uns Luther damit sagen“, erläutert Mottschall die Vorstellungen.

Stadtfest mit Luther und Rieseberg

Als Abschlussveranstaltung könne sich der Ipser Verein einen Kreuzlauf mit unterschiedlichen Strecken zu den Kirchen und ein Reformationsstadtfest auf dem Gardeleger Holzmarkt vorstellen. Dazu sollen dann auch „Martin Luther und Bartholomäus Rieseberg eingeladen werden. Dem Herrn Rieseberg geben wir dann gern Gelegenheit, seine Antrittsrede vom 11. November 1539 erneut zu halten“, so Mottschall. Schön wäre es, wenn sich Hotels, Pensionen und Gastronomie auch mit einbringen würden. Denn Ziel des Projektes sei es auch, Touristen in die Altmark-Region zu holen.

Der Verein Ipse excitare sucht dafür nun viele Mitstreiter, die bei der Projektumsetzung helfen wollen. Ansprechpartner dafür ist Tino Mottschall, der per E-Mail unter der Adresse WS1950@web.de erreichbar ist.