Kalbe l Nun war für Uwe Wolff der letzte Arbeitstag als Leiter des Bauhofes in Kalbe. Für die fast zehn Jahre, die der Kahrstedter die Geschicke des Bauhofes leitete, bedankten sich gestern Mittag die Mitarbeiter. Sie trugen eine Bank vor das Rathaus. Aber das war nicht irgendeine beliebige Bank. „Endlich Rentner“ stand auf einer Fahne, die über die Sitzfläche gespannt war. Einen Ort zum Genießen des Rentnerdaseins hat Wolff damit schon einmal. Aber damit noch nicht genug. Die Bank hat einen Griff und Räder, so dass sie wie eine Schubkarre von einem Ort zum anderen transportiert werden kann. Und Platz für eine Kiste Bier ist auch noch vorhanden.

So ganz von der Arbeit für die Stadt kann sich Wolff dann doch noch nicht trennen. Zwar endete mit dem Monat September die Tätigkeit als Bauhofleiter. Als Mitarbeiter des Bauamtes wird er aber bis zum Jahresende noch tätig sein. Und natürlich bleibt er ein Ansprechpartner für seinen Nachfolger. Carsten Noack aus Vienau ist ab heute neuer Bauhofleiter.

Mehr Zeit für den Sohn

Auf seine Zeit im Ruhestand freut sich der 63-jährige Uwe Wolff bereits. Die Arbeit für die Einheitsgemeinde Kalbe habe ihm großen Spaß gemacht, „aber wenn sich die Möglichkeit bietet, sollte man sie auch nutzen“, so der Kahrstedter über den nahenden Ruhestand. Er möchte anderen, Jüngeren, das Ruder für die Belange des Bauhofes überlassen

„Und zu tun habe ich ja auch genug“, berichtete Uwe Wolff gestern mit Hinblick auf die zu erwartende Freizeit. So freut er sich vor allem darauf, dass er dann mit seinem zwölfjährigen Sohn mehr Zeit verbringen – und diese vor allem intensiver nutzen kann. So wird er mit seinem Basketball und Fußball spielenden, jüngsten Filius – der große Sohn ist gerade Ortsbürgermeister von Kahrstedt geworden und damit in die Fußstapfen seines Vaters getreten –, regelmäßig zu den anstehenden Spielen fahren. Und sicher wird er auch bei der einen oder anderen Trainingseinheit vor Ort sein. „Und dann sind da ja noch meine Hobbys“, machte Wolff neugierig. Wie er erzählte, sammelt er Oldtimer. Vom Trabant bis zum Moped stehen so einige Vier- und Zweiräder in seiner Scheune.

Oldtimer sind Hobby

Apropos Scheune: Schließlich wird Wolff im Ruhestand auch mehr Zeit für Haus und Hof haben. Sein Grundstück in Kahrstedt ist rund 1000 Quadratmeter groß. Arbeiten stehen da immer an. Für einen ehemaligen Leiter eines Bauhofes natürlich kein Problem. „Zu tun gibt es genug. Mir wird nicht langweilig“, so der 63-Jährige.

Uwe Wolff begann seinen beruflichen Werdegang in Magdeburg. Der Altmärker absolvierte dort eine Lehre als Zerspannungsfacharbeiter. „Man kann dazu auch Schlosser sagen“, fügte er erklärend an. Anschließend begann er seine Tätigkeit in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), genauer gesagt im Pelletierwerk in Thüritz. Das war 1975. Dann kam die Armeezeit und wieder die Arbeit in der LPG.

Nie arbeitslos gewesen

„Und dann kam die Wende. Ich hatte Glück. Ich war nie arbeitslos“, blickte Wolff auf die vergangenen 30 Jahre zurück. Als Kundendienstmonteur für Melkanlagen war er zunächst unterwegs. Und dann kam er schließlich zur Stadt Kalbe.

2009 arbeitete er bereits ehrenamtlich für den Bauhof. Nachdem 2010 die Gebietsreform erfolgte und in diesem Zuge die Einheitsgemeinde Kalbe entstand, wurde er als Bauhofleiter tätig. Genau genommen seit dem 1. Februar 2010. Seither sorgten er und seine Mitarbeiter dafür, dass beispielsweise die öffentlichen Grünflächen innerhalb der Einheitsgemeinde gepflegt, Spielplätze in Schuss gehalten werden und vor öffentlichen Gebäuden bei Glatteis gestreut wird.