Berge l Zum ersten Mal im volltönenden Zweiklang verkündeten die Berger Kirchenglocken – die reparierte Osanna aus dem 14. Jahrhundert und die Hubertusglocke, die in den 1930er Jahren gegossen worden war – am Ostersonntag die frohe Botschaft: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja.“ Und normalerweise wären die Christen in das Gotteshaus geströmt, um dies gemeinsam zu feiern. Das aber war in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich.

Dennoch sollte die frohe Botschaft in Form des Osterlichtes die Christen erreichen, war sich der Gemeindekirchenrat Ackendorf/Berge um seinen Vorsitzenden Olaf Sturm im Vorfeld einig. Es wurden entsprechende Kerzen mit der Botschaft Jesu Christi aus der Johannes-Offenbarung – „Ich bin das Alpha und Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ – erworben, die nach dem Entzünden der Osterkerze im Gotteshaus zu den Häusern gebracht wurden – natürlich mit Einhaltung aller geltenden Abstandsbestimmungen.

Herzensbedürfnis für die Pfarrerin

Diese wurden selbstverständlich auch in der Kirche selbst eingehalten, als Pfarrerin Margret Ritzmann einen Ostersegen sprach und ihre Frau, Elke Böhning, am feierlich geschmückten Altar die Osterkerze entzündete. Ihr Licht wurde dann nach und nach von den Osterlichterträgern des Gemeindekirchenrates aufgenommen und mit Hilfe der kleineren Osterkerzen und einer kleinen Osterbotschaft ihrer Pfarrerin an die Christen weitergereicht. „So können wir uns miteinander verbunden fühlen“, erklärte Pfarrerin Ritzmann

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Für die gebürtige Bergerin war es ein Herzensbedürfnis, in wenigstens einer Kirche des Pfarrbereiches Estedt, den sie im August vergangenen Jahres übernommen hat, die frohe Botschaft zu verkünden, damit sie hinausgetragen werden kann. Aufgrund einer längeren Krankheit konnte sie ihren Dienst im Pfarrbereich Estedt noch nicht in Gänze antreten. Bis zum Sommer, so erzählte sie, werde die Eingliederung in den Dienst noch andauern. Und sie freue sich auf die Aufgabe – auf die vielen, schönen Wiederbegegnungen mit den Menschen, die ihre Kindheit und Jugend begleitet haben sowie auf das Kennenlernen ihrer Familien. Da kämen schon Heimatgefühle auf.

Für sie selbst schließt sich der Kreis, wie die 63-Jährige sagt. Nach dem Theologiestudium habe sie ein Pfarramt in Thüringen übernommen, um dann nach der Wende in den Schuldienst zu wechseln. 25 Jahre war sie als Religionslehrerin in Thüringen und dann in Halle, ihrem heutigen Lebensmittelpunkt, tätig. Nun, zum Ende ihres Berufslebens, habe sie wieder ein Pfarramt übernehmen können. 2023 könnte sie dann in den Ruhestand wechseln, erzählt sie und bleibt im Konjunktiv. Denn sie wisse schon jetzt, „die Berger werden es mir schwer machen, aufzuhören.“