Mühlentag in Wiepke mit Brautkronen-Ausstellung, Vorführungen, Kultur und vielem mehr

Altes Handwerk fasziniert noch immer

Von Donald Lyko

Bundesweit fand gestern der 20. Mühlentag statt. Daran beteiligt hat sich auch der Wiepker Mühlenverein, der aber bereits zum 21. Fest am Pfingstmontag eingeladen hatte.

Wiepke l Wer Erika Rakow aus Schnega beim Weben auf dem alten Webstuhl aus dem Jahr 1753 sehen wollte, musste etwas Geduld haben. Denn mit dem Weben begann sie erst richtig am Nachmittag. Den Vormittag verbrachte sie damit, den Webstuhl einzurichten, wobei das Einziehen der Fäden durch die Litzen besonders viel Arbeit machte. "Aber auch das sollen die Leute ruhig mal sehen, denn das gehört zum Weben einfach dazu", erklärte Erika Rakow ihrem interessierten Publikum.

Altes Handwerk gab es nicht nur in der Webstube zu sehen, sondern auch auf dem Hof der Reichwaldschen Mühle und auf der angrenzenden Wiese, wo ein Hufschmied ebenso vertreten war wie ein Imker sowie Besenbinder und Seilmacher vom Museum Kolonistenhof im brandenburgischen Großderschau. In der Wassermühle konnten sich die wieder zahlreichen Besucher die funktionstüchtige Technik anschauen, zudem hatten dort einige Spinnfrauen ihre Spinnräder aufgebaut. Für Unterhaltung sorgten die Feuerwehrmusikanten aus Mieste und ein gemischter Männerchor, in dem Mitglieder der Chöre Engersen und Berge gemeinsam auftraten. Reitsportliches bot die Voltigiergruppe aus Engersen.

Nach dem Mittagessen eröffnete der Vorsitzende des Wiepker Mühlenvereines, Friedrich-Wilhelm Gille, die Ausstellung mit Brautkronen aus der Altmark. Nachdem er eine Brautkrone der Familie Reichwald aus dem Jahr 1901 in der Mühle gefunden und diese Jahre später aufgearbeitet hatte, war seine Leidenschaft für dieses Thema geweckt. Er begann damit, Brautkronen zu sammeln. Wie unterschiedlich diese waren, zeigt die Ausstellung. Dafür gab es auch Leihgaben. Die älteste gezeigte Brautkrone stammt aus dem Jahr 1852, die jüngste aus dem Jahr 1904. Mit seinem Hobby möchte Friedrich-Wilhelm Gille regionale Geschichte bewahren. Denn viele wissen heute gar nicht mehr, dass man Bräuten früher zu ihrer Hochzeit solche Kronen geschenkt hat, oft im schön dekorierten Glaskasten.

Weitere Fotos finden Sie im Internet unter www.volksstimme.de/gardelegen.