Gardelegen l Der 43-jährige Amok-Fahrer von Hemstedt mit Wohnsitz in Baden-Württemberg wurde am Freitag von Richter Axel Bormann zu einer einjährigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Im Rahmen der Bewährungsauflage müsse sich der Mann zudem für zwei Jahre in eine stationäre, therapeutische Behandlung begeben. Seinen Führerschein müsse er für zwei Jahre abgeben, informierte Dr. Michael Steenbuck, Sprecher des Landgerichts Stendal, Montag auf Volksstimme-Anfrage. Die Verhandlung gegen den Mann fand vor dem Amtsgericht Gardelegen statt.

Schuss durch die Lunge

Er hatte am 21. Oktober auf seiner Amok-Fahrt, die er in Klötze gestartet hatte, insgesamt zwölf Autos abgedrängt und beschädigt. Eine Familie aus Brandenburg kam ihm mit ihrem Pkw bei Laatzke entgegen. Dort schlug er mit einem Eisengegenstand auf die Windschutzscheibe ein. Die Familie erlitt einen Schock. Die Amok-Fahrt endete auf einem Acker bei Hemstedt. Dort wurde er von der Polizei gestellt. Dabei löste sich aus der Dienstwaffe eines Polizisten ein Schuss, der den Amok-Fahrer traf. Der erlitt einen Lungendurchschuss und wurde mit dem Hubschrauber in eine Magdeburger Klinik eingeliefert.

Im Zusammenhang mit dem Schuss läuft noch gesondert ein polizeiinternes Ermittlungsverfahren (Volksstimme berichtete).

Taten im Vollrausch

Nach seiner Genesung kam der 43-Jährige in Untersuchungshaft. Und von dort ging es dann ins Gardelegener Amtsgericht. Zahlreiche Zeugen waren geladen. Die Taten habe der 43-Jährige „im Vollrausch“ begangen, berichtete Steenbuck. Er habe zuvor offenbar tagelang in hoher Konzentration die Synthetik-Droge Chriystal Meth konsumiert.