Einschulung

Anna lernt Ernst des Lebens kennen

An insgesamt sieben Grundschulen der Stadt Gardelegen fanden am Sonnabend die Einschulungen statt.

Von Andreas Puls

Letzlingen/Mieste/Jävenitz/Gardelegen l Die Hände gingen blitzschnell nach oben. Thomas Eckhardt, Schulleiter der Miester Grundschule, fragte am Sonnabend während der Einschulung die Abc-Schützen, ob sie bereits zählen und ihren Namen schreiben können. Auch als er fragte, wer alles allein sein Kinderzimmer aufräumen könne, ginge alle Hände nach oben. Doch in der Turnhalle brach Gelächter aus und tosender Applaus – die zahlreichen Eltern, Großeltern, Geschwister und andere Verwandte kennen die Einschüler wohl anders. Still sitzen und konzentriert zuhören, das können sie auf jeden Fall schon. Das zeigten sie beim Programm der Viertklässler und machten aktiv mit.

„Ab Montag werdet ihr bei uns lernen. Wisst ihr denn auch, was man in der Schule so alles lernt?“, fragte Grit Schnügger, die neue Leiterin der Gardeleger Goethe-Grundschule während der Einschulungsfeier in der Aula die Schüler der neuen ersten Klasse. Die Kinder wussten das natürlich. „Lesen, schreiben, rechnen, Englisch“, kamen nacheinander die Antworten. Ein Kind sagte auch: „Spielen“, was für Heiterkeit sorgte. Die Antwort der Schulleiterin: „Ja, auch dafür wird in der Schule Zeit bleiben.“ Einen Teil dessen, was sie in ihrer Schulzeit in der Goetheschule bereits gelernt hatten, zeigten die Viertklässler. Sie erfreuten unter anderem mit Tanzdarbietungen. Und auch die Flötengruppe wirkte engagiert mit.

Die Geschichte vom Ernst des Lebens zog sich wie ein roter Faden durch das Programm der beiden Einschulungsfeiern in der Otto-Reutter-Grundschule Gardelegen. Die Klasse 4a hatte dazu ein Stück einstudiert. Darin fragte sich Anna (Anna Maleen Lübke), die bald zur Schule geht, was es mit diesem bedrohlich klingenden Begriff Ernst auf sich hätte. Für Anna klärte sich das gleich an den ersten Tagen. Sie schloss Freundschaft mit einem Klassenkameraden. Sein Name: Ernst (Max Blank). Wie freute sich die Schülerin, dass es sich bei ihrem Ernst des Lebens um einen so netten Jungen handelte... An dem Programm wirkten neben den Viertklässlern auch der Schulchor mit.

Mit einem Gottesdienst in der Marienkirche begann für die 20 Schüler der Baumklasse der evangelischen Grundschule ihre Einschulung. Die Schülerinnen Johanna Glaue und Mona Roitsch spielten für ihre jüngsten Schulkameraden Lieder auf der Gitarre und am E-Piano. „Erst sind sie klein und wachsen und dann werden sie groß und größer – so ist das bei Pflanzen“, erklärte Klassenleiterin Julia Bosse zusammen mit ihren Drittklässlern in einem Anspiel. Sie müssten gehegt und gepflegt werden, um zu wachsen. Und so sei es bei Kindern auch.

Nach der ersten Schulstunde mit ihrer Klassenlehrerin Juliane Stahlberg und Hortnerin Jessica Look gab es für die Jungen und Mädchen vor der Nikolaikirche die Schultüten. Überreicht wurden sie von den Eltern. Auch für die künftige Klassenlehrerin gab es eine Zuckertüte, denn sie übernimmt zum ersten Mal eine erste Klasse. Der Schlaumeier erklärte den Kindern im Letzlinger Kulturhaus, was sie in der Schule alles lernen werden, was sie so brauchen und auch wie sie sich im Straßenverkehr richtig verhalten müssen. Dass sie das schon richtig gut beherrschen, zeigten sie auf ihrem ersten richtigen Schulweg, den sie vom Kulturhaus gemeinsam nit Klassenleiterin Jutta Paul und Hortnerin Corina Wagener gingen. Und auch sie bekamen gleich nach ihrer ersten kurzen Unterrichtsstunde von ihren Eltern die Schultüten überreicht.

Herzklopfen attestierte der kommissarische Schulleiter der Jävenitzer Grundschule, Thomas Eckhardt, den Kindern und Eltern in der Aula der Schule. Schließlich sei der Tag der Einschulung ein besonderer Tag. Es beginne ein Lebensabschnitt, der wichtige Grundlagen für das weitere Leben lege. Denn mit guten Voraussetzungen könnten sie später einmal alle ihren Traumberuf wahr werden lassen. Egal, ob sie nun Arzt, Lehrer, Feuerwehrmann oder Bankdirektor werden möchten, blickte Eckhardt für die Mädchen und Jungen in der ersten Reihe voraus.