Letzlingen l „Für wen schlägt dein Herz?“. Dieser Frage ging am Sonntag der christliche Songwirter Daniel Chmell in Letzlingen auf den Grund – im Rahmen eines musikalischen Gottesdienstes. „Wir haben gestern in Klietz gespielt und haben noch ein weiteres Konzert in der Nähe gesucht“, erzählte der Künstler vor seinem Auftritt. So sei der Kontakt mit Pfarrer Gerd Hinke zustande gekommen. „Wir kennen uns auch schon etwas länger und haben uns gefreut, dass er auch angetan war, dass wir während eines musikalischen Gottesdienstes hier in Letzlingen spielen könnten“, erzählte Daniel Chmell.

Wortwitz und Tiefsinn

So widmete sich der Musiker während seines Konzertes mit Wortwitz, Tiefsinn sowie facettenreichen Liedern den Problemen des Lebens, „die jeder in sich trägt“, wie er es zusammenfasste. So sei er fest davon überzeugt, dass man die entscheidenden Dinge im Alltag nur mit dem Herzen angehen kann. „Mir ist es daher eine Herzensangelegenheit, Erlebtes zu teilen und davon heute zu singen.“ Den Weg in das Kulturhaus des Dorfes hatten am Sonntag lediglich rund 40 Zuhörer gefunden, die anfänglich auch noch etwas zurückhaltend waren, als Daniel Chmell sie bat, mit den Fingern zu schnippen. Das änderte sich jedoch schnell. Gekonnt machte er in einigen Liedern mit seinen Händen den Rhythmus vor oder sang einige Textpassagen – diese wurden mittels Beamer auf eine Leinwand projiziert – und schaffte es so, dass das Publikum auf die musikalische Reise eingehen konnte.

Zu seinem Programm gehörte unter anderem auch die Geschichte „Punchinello – Du bist einmalig!“. So geht es in dem Stück darum, dass die Wemmicks jeden Tag das Gleiche tun – sie geben einander Punkte. Die schönen und talentierten Holzfiguren bekommen goldene Sterne… und die weniger geschickten und tollpatschigen Wesen erhalten graue Punkte.

Bilder

In der Geschichte geht es darum, was unseren Wert wirklich ausmacht, und so wird die Frage in den Raum geworfen, ob es wirklich die Leistung, das Aussehen oder die Herkunft sind, die einen Menschen ausmachen?

Der wahre Wert

Punchinello, der Hauptdarsteller, erfährt seinen wahren Wert, als er dem begegnet, der ihn geschnitzt hat. Nur er, der Holzschnitzer Eli, kann ihm zeigen, wer er wirklich ist – ein Individuum auf diesem Planeten, das es wert ist, geliebt und respektiert zu werden.

So gab Daniel Chmell in seinen Liedern und Geschichten ein wenig seines Glücks ab. Doch wie kam er zur Musik?

„Nach der Schule und einer Tischlerlehre legte ich meinen Fokus hauptsächlich auf die Musik. So machte ich mich 1990 selbständig als freischaffender Musiker und verdiene seitdem meinen Lebensunterhalt damit. Ich spielte mit verschiedenen Band’s auf Festivals und tourte allein oder als Duo durch Clubs, Kneipen, Bierzelte“, so Chmell.

Erst 2006 – nach einer tiefen Krise – übergab er, wie er selbst schreibt, sein Leben Jesus Christus und schuf fortan christliche Lieder, die andere Menschen zum Glücklichsein anregen sollen. „Seither habe ich so viel Glück und Heilung erfahren, dass es mir ein Verlangen ist, davon weiter zu singen“, so Chmell.

An der Mimik einiger Letzlinger sah man, dass er es zum Teil schaffte, sie zu begeistern. So klatschten sie mit, sangen, wippten auf ihren Stühlen oder nahmen das Konzert mit einem Handy auf, um es im Anschluss an andere Familienangehörige zu schicken.