Berge l Nicht wie geplant im Dreiklang, aber wieder im Zweiklang werden die Berger Glocken am Ostersonntag an die Auferstehung Jesu Christi erinnern, zum Innehalten und Gebet rufen. Denn die die älteste Kirchenglocke aus dem 14. Jahrhundert ist an ihren angestammten Platz im Kirchturm zurück und wird nun wieder erklingen, nachdem sie lange Zeit verstummt war – ein kleiner Freudentag in der heutigen, schwierigen Zeit, der den Gemeindekirchenrat unter Vorsitz von Olaf Sturm jubilieren lässt. Glockengießer Simon Laudy hatte vor Monaten die fachgerecht an den Haken eines Krans gehenkte Glocke aus dem Kirchturm gehoben und zur Reparatur mit nach Finsterwolde in der niederländischen Provinz Groningen genommen, wo sich seine Firma befindet. Dort wurde für die Glocke, die den Namen Osanna erhalten soll,  eine neue Krone gegossen. Zudem musste, wie Olaf Sturm berichtete, ein Riss geschweißt werden. Diesen hatte erst eine genauere Vor-Ort-Untersuchung ans Licht gebracht. Damit ist die Osanna nun wieder volltönend. Am Montag ging es auf demselben Weg wieder zurück in den Berger Glockenturm, wo sie an ein neues Eichenjoch gehängt wurde. Laudy war dafür mit seinem Sohn vor Ort.

Zifferblätter an Nord- und Südseite

Und auch der Berger Glockenturm hat sein Gesicht an der Nord- und an der Südseite verändert, wie Sturm weitere positive Nachrichten verkünden konnte. Dort sind nämlich die Zifferblätter der neuen Kirchturmuhr zu sehen. Wie der Kirchenratsvorsitzende erzählte, wurde die Uhr mit den beiden Zifferblättern von der Georg Rauscher Turmuhrenfabrik in Regensburg nach historischen Vorgaben gefertigt, die der Kirchenchronik entnommen wurden. Eine Glocke ertönt als Stundenschlag. Das Hauptziel des Gemeindekirchenrates mit ihrem Glockenprojekt, das ursprüngliche Geläut mit drei Glocken wieder herzustellen, so wie es in der Kirchenchronik, die von Erwin Erxleben geschrieben wurde, nachzulesen ist, musste aufgrund der Corona-Pandemie erst einmal verschoben werden. Doch an dem Plan, die dritte Glocke, die den Namen Gloriosa erhalten soll, vor Ort zu gießen, so wie es vorgesehen war, bleibt laut Sturm bestehen. Ein neuer Termin soll gefunden werden.

Solange werden die alte Osanna sowie die zweite Glocke, die die Berger Kirche seit März 1974 besitzt, die laut Chronik 1937 gegossen wurde, aus der Kirche in Weteritz stammt und künftig Hubertusglocke heißen soll, ihren Dienst versehen und die Gläubigen über alle wichtige Angelegenheiten im Dorf, wie die Geburt eines Kindes und den Tod eines Menschen, informieren sowie zu den Gottesdiensten rufen. Wenn allerdings die beiden Glocken am Ostersonntag zum ersten Mal gemeinsam läuten, rufen sie nicht die Gläubigen zum Gottesdienst. Denn die Berger Kirche ist wie alle anderen Gotteshäuser derzeit geschlossen. Dennoch lohnt sich ein Spaziergang zur Kirche, denn dort ist nicht nur eine Osterandacht von Pastorin Margret Ritzmann als Flyer im Schaukasten zu finden, vor dem Gotteshaus neben der Reformationsstele wurde vom Gemeindekirchenrat auch ein Ort für Gebete und Innehalten geschaffen. Dort steht ein großes Holzkreuz, das vom Berger Tischlermeister Mario Brune gefertigt wurde. Den daran angebrachten Jesus hat laut Sturm die Kirchengemeinde erworben, so dass ein Sinnbild des bevorstehenden Osterfestes entstand – Jesus, der alle Sünden auf sich nahm, am Karfreitag gekreuzigt wurde und am dritten Tage auferstand.