Hobby

Besonderes Hobby: Michael Fuhrmann sammelt Stadion-Postkarten

Der Zichtauer Michael Fuhrmann hat ein besonderes Hobby. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich mit Postkarten, die Fußballstadien zeigen, und gestaltet diese selbst.

Von Stefanie Brandt 12.07.2021, 17:52
Michael Fuhrmann aus Zichtau hat ein besonderes Hobby: Er sammelt und gestaltet Postkarten, die Fußballstadien zeigen. Auch für altmärkische Vereine hat er schon Karten erstellt.
Michael Fuhrmann aus Zichtau hat ein besonderes Hobby: Er sammelt und gestaltet Postkarten, die Fußballstadien zeigen. Auch für altmärkische Vereine hat er schon Karten erstellt. Foto: Stefanie Brandt

Zichtau - In mehreren Ordnern hat Michael Fuhrmann seine Postkarten sortiert. Es gibt zum Beispiel einen für die altmärkischen Spielstätten, einen für die 1., 2. und 3. Bundesliga oder für den VfL Wolfsburg.

„Ich sage nicht, ich habe 1500 Postkarten. Es geht nicht um die Anzahl. Ich mache das thematisch und gehe da in die Tiefe“, erklärt der Rentner. In seinen Ordnern finden sich Weltmeisterschaftsstadien wieder, es gibt auch eine Serie „Zeitreise Fußballstadien“, in der er in die Geschichte eintaucht, aber auch Stadionrekorde oder Kuriositäten spielen eine Rolle. Wussten Sie zum Beispiel, dass es in der Slowakei ein Fußballstadion gibt, durch das ein Zug fährt? Fuhrmann hat eine Postkarte, die ein Bild der Lok zeigt, wie sie zwischen Tribüne und Platz auf dem Gleis steht.

Schenken lassen statt kaufen

Die Karten für seine Sammlung kauft er nicht, er lässt sie sich schenken oder gestaltet sie selbst. Der Austausch erfolgt zum Teil über die Deutsche Stadionansichtskarten Sammlervereinigung, kurz DSS92. Fuhrmann: „Ich bin da schon zehn Jahre Mitglied. Es gibt eine Vereinszeitung, und man lernt Leute kennen.“ 2022 will er selbst zu einem der Treffen fahren, um seine Sammelfreunde persönlich kennenzulernen.

Zu dem Hobby kam der ehemalige Mitarbeiter eines Anzeigenblattes vor über 20 Jahren durch Günther Waßmuth, der selbst Postkarten von Stadien gestaltet. Die Bilder lieferte dann zum Teil Fuhrmann. „Er kommt aus Bismark, und ich habe ihn immer ein bisschen mit seiner Arbeit unterstützt. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich meine erste Karte 2006 selbst gemacht habe. Darauf zu sehen war das Stadion des 1. FC Magdeburg“, blickt Fuhrmann auf die Anfänge zurück.

Jede Karte hat eine Bedeutung

Auf der Rückseite jener Karten, die er selbst gestaltet, ist dann jeweils kurz zusammengefasst, was vorn zu sehen ist. Dabei versucht er, verschiedene Themen aufzugreifen. Es soll nicht einfach nur das Stadion beschrieben werden, sondern auch, mit welchem Ereignis das Bild verbunden ist. Zum Beispiel zeigte seine 15. Karte ein Foto des letzten Spiels des FCM im Ernst-Grube-Stadion, Gegner war der VfL Wolfsburg. „Das sind Themenpostkarten, um die Stadien vorzustellen“, so Fuhrmann.

Bekam er anfangs noch Hilfe bei der Gestaltung, so liegt dies seit der 55. Karte in seiner eigenen Hand. Über das Internet sucht er sich dann, wenn der Entwurf fertig ist, eine Druckerei. „Ich verkaufe die Karten aber nicht, ich tausche unter Sammlerfreunden“, so der Zichtauer.

Ein Zug im Stadion

Besondere Highlights in seiner Kollektion sind zum Beispiel Karten vom ältesten Fußballplatz der Welt, Hallam FC Sheffield, oder vom Viktoria-Platz Berlin. Am 20. April 1908 hatte die deutsche Fußballnationalmannschaft dort ihr erstes offizielles Länderspiel auf deutschem Boden ausgetragen. Fuhrmanns Lieblingskarte zeigt aber das Henningsvaer Stadion, einen Platz, der idyllisch mitten auf einer kleinen Lofoten-Insel liegt und diese fast völlig einnimmt.

Die Bilder für seine Karten fotografiert der Zichtauer zum Teil selbst, zum Teil stellen sie ihm aber auch die Vereine zur Verfügung, oder er erwirbt sie.

Für altmärkische Vereine hat Michael Fuhrmann schon einige Male Karten erstellt. „Denen stelle ich die zur Verfügung. Ich mache das für mich und die Vereine“, erklärt er im Volksstimme-Gespräch. So hat er beispielsweise Karten zum Jubiläum „85 Jahre SV Engersen“, zur Neueröffnung des Stadions von Heide Jävenitz, aber auch für Kloster Neuendorf oder Bismark angefertigt. Sein Ziel ist es, in etwa einem Jahr einen Bildband über die Sportstätten der Altmark herauszubringen.