Gardelegen l Ein Sommer ohne Greg und Lotta war auch 2018 für viele Kinder rund um Gardelegen nicht denkbar. Das zeigte die Auswertung des Lesesommers XXL im Foyer der Gardeleger Stadt-, Kreis- und Gymnasialbibliothek. Wer erfolgreich an dieser Leseaufforderung teilnahm, erhielt ein Zertifikat. Gregs Tagebuch und die Mein-Lotta-Leben-Reihe gehörten zu den im Rahmen des Lesesommers am meisten ausgeliehenen Büchern.

36 Mädchen und Jungen der Klassenstufen 4 bis 8 beteiligten sich erfolgreich an der 9. Auflage des Lesesommers XXL in Gardelegen. Sie kamen aus der Goethe-Grundschule, der evangelischen Grundschule, der Wander-Grundschule, der Sekundarschule „Karl Marx“, dem Gardeleger Gymnasium, der Sekundarschule Mieste und aus dem Privatgymnasium Stendal.

Lesemuffel zum Lesen begeistern

Zur erfolgreichen Teilnahme mussten die Leser mindestens zwei Bücher ausleihen und lesen. Und dabei konnte nicht geschummelt werden. Als Nachweis, dass die Teilnehmer die Bücher auch wirklich gelesen haben, mussten sie bei der Rückgabe der Bücher Antolin-Quizfragen am Tablet zum jeweiligen Buch beantworten. Wer mehr als die Hälfte dieser Fragen beantworten konnte, bewies damit, dass er den Inhalt des Buches kennt. 36 Kinder und Jugendliche erfüllten diesen Anspruch. Etliche von ihnen haben zwei Bücher ausgeliehen.

Es waren aber auch viele Teilnehmer dabei, die mehr Bücher lasen. Der Teilnehmer mit den meist gelesenen Büchern schaffte es auf insgesamt 23 Bücher, die für den Lesesommer XXL gewertet worden waren. „Wir wollen niemanden hervorheben. Manche tun sich schon schwer, zwei Bücher zu lesen. Es ist egal, ob jemand zwei oder mehr Bücher gelesen hat. Wir freuen uns über jedes Buch, das gelesen wurde“, begründete Bibliothekarin Romy Topf.

Gutscheine vom Förderverein

Sechstklässler Max Schön gehörte beispielsweise zu denjenigen, die zwei Bücher lasen. „Ich habe aber Bücher ausgewählt, die eigentlich erst für Achtklässler ausgelegt sind“, berichtete er. Spaß gemacht hat ihm das Lesen auf jeden Fall. Und vielleicht bekommen er und die übrigen Lesesommer-Teilnehmer auch eine gute Note von ihren Deutschlehrern. „Denn manchmal belohnen die Deutschlehrer die Teilnahme mit einer Eins“,erklärte Topf.

„Ich bin richtig neidisch. Ich möchte auch einmal so viel Zeit haben zum Lesen“, sagte Bürgermeisterin Mandy Zepig über den Lesesommer. Den erfolgreichen Teilnehmern dieses Jahres überreichte sie die Zertifikate. Jörn Projahn, Vorsitzender des Fördervereines der Bibliothek, übergab zudem jedem Kind einen Büchergutschein. Der Lesespaß kann also weitergehen. Der Förderverein unterstützte finanziell auch die Organisation der Abschlussveranstaltung.

Improvisation mit Schoko und Gurke

Und dabei trat dieses Mal das Ensemble des Improvisationstheaters Schoko und Gurke aus Halle/Saale auf. Die Künstler zeigten Szenen, die skurriler nicht sein könnten, in denen Dinge zusammenkommen, die scheinbar gar nicht so recht zueinander passen wollen. Oder wie passt es sonst zusammen, dass eine Gehhilfe zum Hörgerät oder zur Limbo-Tanz-Stange umfunktionalisiert wird? Das Schoko- und Gurke-Ensemble schaffte das und brachte die Kinder und deren Eltern zum Lachen. Zugleich animierten die Künstler ihr Publikum zum Mitmachen.

In Sachsen-Anhalt beteiligten sich in diesem Jahr insgesamt 41 Bibliotheken am Lesesommer XXL. Seit 2010 beteiligt sich das Land Sachsen-Anhalt an der Aktion, die Lesemuffeln Lust auf das Lesen machen soll. Nahmen im ersten Jahr 500 Mädchen und Jungen teil, konnten voriges Jahr landesweit 3500 Schüler gezählt werden. Dabei wurden 9400 Bücher gelesen. Erfreulich ist dabei, dass etwa jeder fünfte Lesesommer-Teilnehmer der Bibliothek weiterhin treu bleibt, wie es aus der Gardeleger Bibliothek heißt.