Kalbe l „Massive Proteste“ vonseiten der Bevölkerung erwartet Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel in den nächsten Wochen. Der Grund: Im Kurpark sollen bis zu 100 Bäume gefällt werden. Sie sind vom Eschenbastkäfer befallen, waren vorher aber schon von einem Pilz namens Falsches Weißes Stängelbecherchen geschwächt worden. Dieser löst das sogenannte Eschentriebsterben aus.

Käfer verteilt sich weiter

„Die Esche hat an diesem Standort verloren“, ist sich Ordnungsamtsmitarbeiter Jörg Kraberg sicher. Er hatte vor knapp zwei Wochen den massisven Schädlingsbefall im Kurpark entdeckt und daraufhin einen Ortstermin mit Stadt- und Ortschatsratsmitgliedern initiiert. Der Grund: Der Eschenbastkäfer fliegt von März bis Mai aus und verteilt sich weiter. Außerdem drohen die befallenen Bäume, Äste auf die Wege im Park regnen zu lassen oder ganz umzustürzen. „Deshalb wird er Kurpark auch ab nächster Woche gesperrt“, sagte Kraberg gestern.

Wenige Stunden zuvor hatte der Stadtrat nach einer sehr kontroversen Debatte grünes Licht für die Baumfällungen gegeben. Dabei ist noch gar nicht klar, was sie kosten. Denn jetzt erst können Voranschläge eingeholt werden. Laut Kraberg ist aber mit einer fünfstelligen Summe zu rechnen. Mindestens. Allerdings soll das anfallende Holz im Anschluss verkauft werden. Wegen der Qualitätsmängel und der Tatsache, dass es auch anderswo Schädlingsbefall gebe, sei aber mit niedrigen Preisen zu rechnen.

Haushaltsmittel bereitstellen

Heiko Gabriel, selbst kein Stadtratsmitglied, appellierte an das Gremium, in den nächsten Jahren unbedingt Haushaltsmittel für Neupflanzungen im Kurpark einzuplanen und dafür einen Sperrvermerk zu setzen. „Ansonsten habe ich das Vertrauen nicht, dass da etwas passiert. Wir haben schon so viele Sachen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben“, sagte der Ortsbürgermeister.

Ratsmitglied Nicole Wernecke hielt ihm entgegen, dass das angesichts der vielen Verpflichtungen der Stadt und der Tatsache, dass es auch außerhalb von Kalbe viele von Schädlingen befallene Bäume gebe, kaum machbar sei. Nicht nur in den Augen von Heiko Gabriel nimmt der Kurpark allerdings eine Sonderrolle ein.

Nicole Wernecke empfahl, über Baumpatenschaften nachzudenken. Und Ratsfrau Melissa Schmidt verwies auf die Möglichkeiten, die sich durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, zum Beispiel für den Bau von neuen Windkrafträdern oder Freiflächen-Solaranlagen, ergeben würden. Hier müsse mit der zuständigen Kreisbehörde verhandelt werden. Jörg Kraberg will auch versuchen, Fördertöpfe für Neuanpflanzungen zu finden, machte aber deutlich, dass das personell kaum noch zu schaffen sei.