Gardelegen l Es werden ruhige Tage im Advent 2020 sein. Vielleicht so ruhig, dass die Menschen tatsächlich zur Ruhe kommen und sich auf das konzentrieren können, was die Adventszeit eigentlich bedeutet, zumindest für alle Christen, nämlich die Vorbereitung auf die Geburt Jesu Christi zu Weihnachten.

Vorschriften nicht einzuhalten

Nachdem alle Orte, die traditionell kleine Weihnachtsmärkte ausrichten, ihre Veranstaltungen abgesagt haben, zieht nun auch die Stadt Gardelegen nach. Am dritten Adventswochenende wird es keinen Weihnachtsmarkt in Gardelegens Innenstadt geben, informierte Bürgermeisterin Mandy Schumacher in der Sitzung des Hauptausschusses am Dienstag im Letzlinger Kulturhaus. Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen im Zusammenhang mit Covid 19 und den großen Auflagen habe man sich in der Verwaltung zu diesem Schritt entschieden. „Wir können nicht sicherstellen, dass die Abstandsflächen und Gruppengrößen eingehalten werden. Zwei Glas Glühwein, und dann wird es schwierig“, so Schumacher.

Sie habe auch keine Lust, als Superspreader (in der Infektionsepidemiologie ein plötzliches, explosives Übertragungsereignis, Anm. d. Red.) dazustehen. Nach den Absagen vieler Weihnachtsmärkte habe man zunächst geplant, den Gardelegener Markt in der gesamten Innenstadt zu verteilen. Aber auch das sei unter den derzeitigen Bedingungen nicht händelbar. „Ich hätte das auch gern anders gehabt, aber nach den vielen Neuinfektionen und der erneuten Reduzierung der Kontakte ist für mich das Wichtigste, dass Kitas und Schulen weiter geöffnet bleiben“, betonte Schumacher.

Auswirkungen bis ins nächste Jahr

Und sie hoffe mit Blick auf die neuen Festlegungen von Bund und Ländern, dass sich die Auswirkungen hier vor Ort aufgrund der vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen in Grenzen halten werden. „2020 ist eben nicht unser Jahr“, fasste Schumacher zusammen. Und es gibt bereits weitere Auswirkungen ins nächste Jahr hinein. Die Verwaltung wird nämlich auch Abstand nehmen von weiteren Vorbereitungen für den Bürger-empfang 2021.

„Wir können uns nicht mit 250 Leuten im Schützenhaus kuschelig zusammensetzen“, machte Schumacher deutlich. Denn es sei nicht davon auszugehen, dass Ende Januar oder Anfang Februar die Situation wie vor Ausbruch der Corona-Krise sein werde. Nach jetzigen Vorstellungen soll es einen Bürgerempfang im Mai im Lindenhofgarten geben. Dann auch mit der Eintragung ehrenamtlich tätiger Bürger ins Goldene Buch der Stadt. Eine Entscheidung über entsprechende Vorschläge hat der Hauptausschuss bereits am Dienstag im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung getroffen. Details werden vorerst nicht bekanntgegeben, denn wer sich eintragen darf, dieses Geheimnis soll erst beim Bürger- empfang gelüftet werden.

Lebendiger Adventskalender Ja

Noch keine Absage gibt es für den lebendigen Adventskalender in der Weihnachtshütte auf dem Rathausplatz. Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre heraus seien es durchschnittlich um die 50 Besucher bei der abendlichen Türöffnung im Freien. „Wir hoffen, dass das im Dezember möglich ist“, so Schumacher. Dann gebe es auch einen Glühweinstand und eine Würstchenbude.

Stattfinden soll auch die jährliche Nikolausaktion, kündigte Stadtrat Dirk Kuke, zugleich Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Innenstadt, die diese Veranstaltung organisiert, an. Am Mittwoch, 3. Dezember, können alle Kinder ihre Stiefel abgeben, die dann vom Nikolaus und vielen Helfern gefüllt werden. Die große Stiefelsuchaktion in den Innenstadtgeschäften ist dann für Montag, 7. Dezember, geplant.

Nachfolgende Weihnachtsmärkte wurden bereits abgesagt: Jävenitz, Miesterhorst, Wiepke, Mieste, Letzlingen, Lindstedt, der Advent in den Gärten von Familie Lüders in Gardelegen an der Pfahlweide und der voradventliche Weihnachtsmarkt der Lebenshilfe in den Werkstätten im Gardelegener Gewerbegebiet (Volksstimme berichtete).