Ipse/Magdeburg l „Der Verein ist ein Vorbild für andere, weil er den Zusammenhalt im Dorf belebt und damit eine steigende Lebensqualität bewirkt“, sagte Elke Lüdecke, Direktorin des Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt, in ihrer Laudatio für den Verein Ipse excitare. In der Kategorie „Anpacken: Lebensfreude in Stadt und Land“ erhielt dieser am Dienstagabend den dritten Platz, verbunden mit einem Preisgeld von 800 Euro.

Die Laudatorin war es dann auch, die gemeinsam mit Thomas Webel, Sachsen-Anhalts Minister für Landesentwicklung und Verkehr, den Mitgliedern des Vereines, Tilo Mottschall, Wolfgang Schmidt, Regina Ziegelski, Gerhard Knacke, Kathrin Schulze und Detlef Stimbra, den Preis überreichte

Im Vorfeld der Verleihung hatten die Vereine Gelegenheit, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Ipse excitare präsentierte sich mit einem kleinen Stand, an dem die Mitglieder unter anderem Zeitungsartikel über ihr Engagement sowie eine Präsentation am Laptop zu ihrem Projekt zeigten. „Auch Minister Webel und Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch kamen an unseren Stand. Eigentlich kamen alle“, berichtete gestern Tilo Mottschall, Vorsitzender Ipse excitare auf Volksstimme-Nachfrage.

Auch im Anschluss an die Preisverleihung blieb bei einem Catering Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Kritik an Antragsprozedere

Dabei merkte Mottschall an, dass, wenn er sich etwas wünschen könne, das Antragsprozedere für Fördermittel weniger bürokratisch ablaufen sollte. Das Ganze sei sehr kompliziert und müsste vereinfacht werden. „Es kann nicht sein, dass ich, wenn ich ein Projekt ehrenamtlich begleite, zum Schluss einen Aktenschrank voller Ordner für einen einzigen Förderbescheid habe“, sagte er im Volksstimme-Gespräch.

Der Verein Ipse excitare besteht seit vier Jahren. Unter anderem setzt er sich für den Erhalt der kleinen Dorfkirche in Ipse ein. Größtes Projekt dort ist derzeit die Restaurierung der vor zwei Jahren wiederentdeckten historischen Deckenbalken mit ihren rund 500 Jahre alten Malereien. Diese sollen wieder in der Kirche eingesetzt werden. Der Förderbescheid dafür liegt nun, zwei Jahre nach Antragstellung, vor.

Die Umsetzung der Arbeiten erfolgt ab Januar 2020. Die Maßnahme wird bis Oktober andauern. „Das heißt dann auch, dass während dieser Zeit keine Veranstaltungen in der Kirche stattfinden. Wir werden aber die Offenen Gärten wieder anbieten“, so Mottschall.

Außerdem hat der Verein den Reformationsradweg initiiert, der 23 Kirchen in den Einheitsgemeinden Hansestadt Gardelegen und Kalbe miteinander verbindet. Seit 2018 wird das Projekt umgesetzt. Der derzeit 60 Kilometer lange Weg führt die Radler abseits der großen Straßen von einer Kirche zur nächsten. An jeder Station stehen eine Stele mit einer der 95 Thesen Martin Luthers beziehungsweise mit einem Lutherspruch und eine Rose als Symbol der Reformation.

Insgesamt bewarben sich in diesem Jahr 194 Vereine und Initiativen mit ihren Projekten um den Demografiepreis Sachsen-Anhalt. Eine Jury wählte aus diesen Bewerbern elf Projekte aus, die den Umgang mit den demografischen Entwicklungen engagiert anpacken und nachhaltig aktiv gestalten. Die elf Demografiepreise, die am Dienstagabend im Magdeburger Palais am Fürstenwall übergeben wurden, waren mit insgesamt 12.400 Euro dotiert.