Gardelegen l Ihre diamantene Hochzeit feierten Christa und Georg Schulz aus Gardelegen. Das Jubelpaar ist noch immer fit und rege. Und ein Ziel haben die beiden auch schon ins Auge gefasst: „Fünf Jahre musst du noch durchhalten", sagt Christa Schulz sehr bestimmt. Dann wollen beide ihre eiserne Hochzeit feiern.

Es war Liebe auf den ersten Blick und hat sofort gepasst: Als die junge Christa am 17. August 1957 zum Tanz nach Kloster Neuendorf fuhr, fiel ihr der hübsche Mann im stahlblauen Anzug mit silberner Fliege sofort auf. „Ich habe sofort gedacht: Der gefällt mir. Und ich bin einfach sitzen geblieben, als die anderen mich aufgefordert haben, und habe gewartet, dass er mich anspricht.“ Auch er weiß heute noch, was sie anhatte: „Ein weißes Kleid mit weißen Schleifen.“ Ein wenig zögerte er. Aber als die Auserwählte mehreren Jungen einen Korb gegeben hatte, fasste er sich ein Herz, sprach sie an, und danach war es entschieden. Kurz darauf saß das Mädchen im weißen Kleid bereits auf der Stange seines Fahrrades, knapp zwei Jahre später wurde geheiratet. Im Jahr darauf erblickte Sohn Michael das Licht der Welt.

Georg Schulz stammt aus dem heute polnischen Lodz, seine Frau dagegen legt Wert auf die Feststellung, dass sie eine waschechte Altmärkerin ist. Die gebürtige Zienauerin, die bald ihren 80. Geburtstag feiert, war im Handel tätig, erst in der HO, später Chefin im Delikat-Laden und dann bis zum Ruhestand bei der Fleischerei Winterfeld. Georg Schulz wird in zwei Wochen 83 Jahre alt. Der gelernte Elektromonteur ging nach der Ausbildung zur Armee, war dann verpflichtet beim Rat des Kreises und Sachbearbeiter für Lebensmittel, arbeitete schließlich im Gardelegener Asbestzementwerk und war bei den Grenztruppen im Elektronikbereich beschäftigt. Nach der Wende ging er in den Vorruhestand.

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Bester Waidgenosse

Besonders die Jägerei lag Georg Schulz am Herzen. Zahlreiche Trophäen schmücken die Wohnung des Paares, darunter die eines mächtigen ungeraden Sechzehnenders. Seine Jägerprüfung, das „Grüne Abitur“, hat er kurz nach der Hochzeit bestanden. Aber dafür habe er etwas mehr büffeln müssen als für das „Ja-Wort“. „Meine Frau war der beste Jagdfreund und Waidgenosse“, sagt er. Und auch als Jagdhornbläser waren beide zusammen aktiv.

Das Paar wurde nach der Wende vom Reisefieber gepackt. 26 Länder haben die beiden besucht, darunter die USA, Indien, Thailand, China, Ägypten, Bali, Tunesien und die Türkei. Besonders abenteuerlich war ihr Urlaub in Kuba: Sie wohnten in einem kleinen Haus an der Küste, als es plötzlich hieß: Wir müssen evakuieren, Hurrikan George kommt. Drei Tage verbrachten die beiden in einer Turnhalle, während draußen alles verwüstet wurde. „Aber die Armee hat ruckzuck aufgeräumt, das Treibholz weggeschafft und die Strandkörbe repariert“, erzählt Georg Schulz. Inzwischen treten die beiden etwas leiser und genießen die Zeit in ihrem Kleingarten am Fasaneneck – mit Häuschen und Pool.