Einwohnerversammlung im Vorfeld

Ein neues Bett für die Wollenhagener Bäke

Offenbar haben sich nun alle Beteiligten geeinigt, so dass einer Sanierung des Bachbettes der Wollenhagener Bäke nichts mehr im Wege steht. Insbesondere die Finanzierungsfrage war bisher immer der Knackpunkt gewesen. Doch nun soll es losgehen – zunächst erst mal mit der Planung.

Von Cornelia Ahlfeld 19.07.2021, 17:22
Die Bäke in Wollenhagen, dem Klein Venedig der Altmark, mit neun Brücken, bunten Bauerngärten und großen Bauerngehöften: Die Grabenwände des Bachlaufes sollen saniert werden.  Damit findet eine jahrelange Endlos-Geschichte einen guten Abschluss.
Die Bäke in Wollenhagen, dem Klein Venedig der Altmark, mit neun Brücken, bunten Bauerngärten und großen Bauerngehöften: Die Grabenwände des Bachlaufes sollen saniert werden. Damit findet eine jahrelange Endlos-Geschichte einen guten Abschluss. Foto: Siegfried Jordan

Wollenhagen - Eine Endlos-Geschichte soll nun ihren Abschluss finden. Nicht gleich heute und morgen, etwas Zeit wird noch ins Land gehen, bis das Bachbett der Wollenhagener Bäke quasi wieder schmuck aufgeschüttelt ist. In diesem Jahr soll die Planung für eine Sanierung angeschoben werden. Im nächsten Jahr soll dann gebaut werden.

Das ist das Ergebnis von weiteren Beratungen mit allen beteiligten Akteuren, informierte Lindstedts Ortsbürgermeister Siegfried Jordan auf Volksstimme-Anfrage. Zu seinem Bereich gehören auch die ehemaligen Ortsteile von Lindstedt, Lindstedterhorst und Wollenhagen. „Und man hat sich jetzt auch mit den Kosten geeinigt“, so Jordan. Mit im Boot seien die Stadt, der Kreis und der Unterhaltungsverband Milde-Biese. Letzterer sei dabei auch federführend. Finanziell beteiligt werden allerdings auch die anliegenden Grundstückseigentümer. „Straßenausbaubeitrage werden zwar nicht mehr erhoben, aber für so etwas müssen die Grundstückseigentümer noch zahlen“, sagte Jordan, der auch selbst als Wollenhagener betroffen sein wird. Wie die finanzielle Beteiligung aussehen werde, könne man jetzt noch nicht sagen. Die genaue Kostenschätzung liege erst mit der Planung vor. Im Gespräch seien aber Baukosten von etwa 100 000 Euro.

Anlieger werden finanziell mitbeteiligt

Froh sei man, dass der Kreis die Pläne, die Bäke zu verlegen und um den Ort herumzuführen, nicht weiter verfolge. Denn das hätte zur Folge, dass ein seltenes Alleinstellungsmerkmal, das dem Ort auch den Beinamen Klein Venedig der Altmark gebracht hat, zerstört wäre. Denn ein Bachlauf mitten im Ort mit neun Brücken, die zu den an der Bäke liegenden Grundstücken führen, gibt es nicht so oft. Außerdem sei erreicht worden, dass der Unterhaltungsverband wie bisher nicht nur einmal jährlich das Bachbett reinige, sondern drei- bis viermal, so Jordan. Auf jeden Fall werde es im Vorfeld der Baumaßnahme eine Einwohnerversammlung geben, wo dann umfassend über Details informiert werde.

Nähere Einzelheiten hatte dazu auch Stadt-Bauamtsleiter Ottmar Wiesel noch nicht. Der Unterhaltungsverband sei Auftraggeber für die weiterführenden Planungen. Der Verband werde allen, die irgendwelche Anlagen, wie Einleitungen, Übergabestellen und Abläufe, am Gewässer betreiben würden, einen Kostenbescheid zuschicken. Dazu gehörten in erster Linie der Kreis, die Stadt und die Anwohner. Schwerpunkt der Maßnahme sei die Sanierung der Grabenwände. Das Projekt reicht bis ins Jahr 2009 zurück. Seinerzeit hatte der Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Lindstedt bereits Geld für die Sanierung des Bachlaufes im Haushalt eingeplant. Passiert ist in all den Jahren allerdings nichts, auch nicht nach der Gebietsreform.

1936 wurde der Bach an die Seite verlegt

Vor vier Jahren brachte Siegfried Jordan das Thema erneut auf den Tisch. Es dauerte wiederum noch einige Jahre, denn erst im vorigen Jahr zeigte sich ein erster Fortschritt. Zumindest wurden Gespräche geführt, Ortstermine und Beratungen fanden statt. Wobei seinerzeit der Unterhaltungsverband sich nicht in der Pflicht sah, hier etwas zu tun. Zwischenein hatte der Landkreis auch schon Überlegungen verkündet, den Gewässerlauf zu verlegen und um den Ort zu führen.

Davon allerdings war man zumindest in Wollenhagen wenig begeistert. Denn die Wollenhagener Bäke fließt seit 800 Jahren durch den Ort – bis 1936 mitten durchs Dorf. In jenem Jahr dann wurde das Bachbett an die jetzige Seite gelegt. Mitte der 1990er Jahre wurde die Ufermauer schon einmal neu befestigt.