Gardelegen l „In Gardelegen ist es immer noch so, dass mehr Menschen sterben als geboren werden, aber es gibt auch mehr Menschen, die herziehen als wegziehen. Mich wundert das nicht, denn wir haben eine wunderschöne Stadt und Ortsteile mit vielen Angeboten, vielen Vereinen und Leuten, die aktiv sind.“ Diese positive Einschätzung gab Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher während des Bürgerempfanges. Und sie wird mit der aktuellen Einwohnerstatitistik zu 2019 auch zahlenmäßig belegt.

In der Kernstadt und in 23 Ortsteilen sank die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr. Die größten Verluste mussten dabei die neu 9962 Köpfe zählende Kernstadt (-15), der mit aktuell 1895 Einwohnern größte Ortsteil Mieste (-20), das mit 410 Einwohnern kleinere Kloster Neuendorf (-26) und das 297 Seelen zählende Dannefeld (-15) hinnehmen.

Es geht aber auch anders herum, denn in 19 Ortsteilen gab es Zuwächse bei den Einwohnerzahlen. Die höchsten durften das neu 1440 Köpfe zählende Letzlingen (+20) und das neu 512 Einwohner zählende Solpke verbuchen. In sechs Ortsteilen – Lüffingen, Weteritz, Kahnstieg, Wollenhagen, Jävenitz und Trüstedt – änderte sich an den Einwohnerzahlen nichts.

Leichtes Frauenplus in der Einheitsgemeinde

Verändert hat sich im vergangenen Jahr dagegen das Verhältnis der Frauen zu den Männern. Die Einheitsgemeinde wurde laut statistischer Erhebung weiblicher. Gab es 2018 noch einen leichten Männer-Überhang, so hat sich das 2019 gewandelt. Am Ende des vergangenen Jahres stehen 11.291 Männern nun 11.299 Frauen gegenüber. In sozusagen weiblicher Hand sind insgesamt 13 der 49 Ortsteile, inklusive Gardelegen. Hier sind es beispielsweise 180 Frauen (5065) mehr als Männer (4896). In Breitenfeld sind es 9, in Dannefeld 5, in Estedt 26, in Hemstedt 3, in Jävenitz 28, in Lindenthal 3, in Polvitz 2, in Sachau 2, in Solpke 18, in Tarnefitz 1, in Wernitz 13, in Weteritz 8 und in Wollenhagen 2 Frauen mehr als Männer.

In 32 Ortsteilen haben dagegen die Männer die Oberhand. Gravierend ist das im 85 Köpfe zählenden Siems. Hier stehen 24 Frauen 61 Männern gegenüber. Und in Eigenthum gibt es sogar doppelt so viele Männer wie Frauen, was bei 22 Einwohnern (6 Frauen zu 12 Männern) auch nicht so schwierig ist. Einen größeren, sprich zweistelligen, Männerüberhang gibt es auch Algenstedt, Berge, Hottendorf, Jerchel, Köckte, Letzlingen, Lindstedterhorst, Mieste, Peckfitz und Zienau.

Gleichberechtigung in vier Ortsteilen

Absolute Gleichberechtigung herrscht dagegen – statistisch gesehen – in Ipse mit je 59 Männern und Frauen, in Kahnstieg mit je 11 Männern und Frauen, in Kloster Neuendorf mit je 205 Männern und Frauen sowie in Seethen mit je 65 Männern und Frauen.

Unterschiede gibt es auch in der Geburten- und Sterbestatistik. In sieben Ortsteilen der Hansestadt Gardelegen gab es im vergangenen Jahr keine Todesfälle (Taterberg, Theerhütte, Algenstedt, Eigenthum, Jerchel, Kahnstieg und Lüffingen). In 17 Ortsteilen hat es allerdings auch keinen Zuwachs durch Geburten gegeben. Das sind Potzehne, Siems, Taterberg, Theerhütte, Wollenhagen, Zichtau, Ziepel, Ackendorf, Breitenfeld, Hemstedt, Jeggau, Jeseritz, Kahnstieg, Lindenthal, Parleib und Peckfitz. Nach Gardelegen mit 90 Geburten im vergangenen Jahr war der Klapperstorch auch in Kloster Neuendorf (4 Kinder), Estedt (6), Jävenitz (9), Letzlingen (15) und Mieste (24) aktiv unterwegs.