Gardelegen/Berge l Noch ist das Großbauprojekt der Stadt in Estedt nicht abgeschlossen. Aber lange wird es nicht mehr dauern, bis das neue Kinderbetreuungszentrum mit Krippe, Kindergarten und Hort eingeweiht wird. Geplant ist die Fertigstellung im Herbst 2019. Anfang 2018 hatten die Bauarbeiten begonnen. Das Gebäude der ehemaligen Estedter Grundschule wird zusammen mit dem Kita-Gebäude zu einem modernen Zentrum ausgebaut. Wenngleich auch die vorhandene Gebäudesubstanz genutzt wurde, wird es im Endeffekt doch ein ganz neues Haus werden, denn stehen blieb nur die Hülle.

Während der Bauarbeiten wurden die Kinder der Estedter Kita aufgeteilt auf Einrichtungen in Gardelegen und auf die Kita Wichtelstübchen im etwa drei Kilometer entfernten Berge. Derzeit besuchen 33 Kinder das Wichtelstübchen. Bei drei Geschwisterkindern werden voraussichtlich Ende August, Anfang September 30 Elternpaare Post von der Stadtverwaltung erhalten. Denn die plant eine Elternbefragung, wo sie nach der Eröffnung des Estedter Zentrums ihre Kinder betreut haben wollen – in Estedt oder weiter in Berge. Mehr erst mal nicht, betonte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig auf Volksstimme-Anfrage.

Auswertung in den Fachausschüssen

Aber dennoch gibt es einen Hintergrund, denn in der Kita Wichtelstübchen sei ein Sanierungsbedarf vorhanden. „Wir haben vor allem erhebliche Schwierigkeiten mit dem Brandschutz“, erläuterte Zepig. Einen Termin mit einem Brandschutzfachmann habe es in Berge bereits gegeben. Es müsse also investiert werden. Darüber hinaus gebe es Schwierigkeiten mit Grundstücksrechten, denn ein Teil des bis dato genutzten Spielplatzes sei in privatem Besitz. Die Ergebnisse der Elternbefragung werden Gegenstand der Beratung in den Fachausschüssen des Stadtrates sein.

Berges Ortsbürgermeister Paul Berlin begrüßte diesen Weg. Eine solche Befragung habe er auch angeregt. Denn wenn der Elternwille für die Berger Kita vorhanden ist, dann sei auch der Erhalt der Einrichtung sicher. Derzeit seien „beunruhigende Gerüchte“ im Umlauf, was die Zukunft der Berger Kita betrifft. Man sehe schon die Gefahr, dass mit der neuen Estedter Einrichtung der Erhalt der Berger Kita nicht mehr gesichert sei. „Diese Umfrage ist von daher aus meiner Sicht sinnvoll, denn wenn die Mehrheit der Eltern sagt, wir wollen in Berge bleiben, dann wird es auch die Kita weiter im Ort geben“, so Berlin.

Öffentlicher Spielplatz vor dem Wichtelstübch

Aus seiner Sicht, und auch aus Sicht des Berger Ortschaftsrates, sei der Sanierungsbedarf insgesamt gar nicht so groß. Mit dem Bau des Estedter Kinderzentrums sei das alte Gemeindebüro am Wichtelstübchen wieder hergerichtet worden, um Estedter Kinder in Berge aufnehmen zu können. Das Grundstücksproblem mit dem Spielplatz sei auch lösbar. Denn vor der Kita befinde sich ein öffentlicher Spielplatz, und der könne mit genutzt werden. Ein zusätzlicher Notausgang sei auch nicht erforderlich, wenn für den Kita-Betrieb nur das vordere Gebäude genutzt wird. Auf jeden Fall sei es gut, dass am Ende nun die Eltern selbst entscheiden sollen, wo sie ihr Kind betreuen lassen wollen – in Estedt oder in Berge.