Kakerbeck l Welche Pläne hat die Einheitsgemeinde Stadt Kalbe mit dem ehemaligen Landambulatorium an der Straße Unter den Eichen in Kakerbeck? „Ein Verkauf des ehemaligen Landambulatoriums in Kakerbeck ist im Moment nicht aktuell“, äußert Ingrid Bösener, stellvertretende Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Stadt Kalbe auf Volksstimme-Anfrage. Das Gebäude befindet sich derzeitig im Besitz der Kommune.

Das Bauamt hat damit begonnen, eine Überprüfung dieser Immobilie vorzunehmen, wie es aus dem Kalbenser Rathaus heißt. Dabei solle überprüft werden, wie viele Wohnungen derzeit dort belegt sind, wie der Zustand dieser ist und welche Investitionen an diesem Gebäude vorgenommen werden müssen. Das einstige Landambulatorium weist vier Wohnungen sowie Praxisräume aus. Angedacht ist, auch die Praxisräume in Wohnungen umzubauen. Zunächst müsse aber die Überprüfung abgewartet werden. „Wir müssen sehen, was alles am Gebäude gemacht werden muss“, sagt Bösener.

Ortschaftsrat begrüßt Prüfung

Kakerbecks Ortsbürgermeister Ulf Kamith begrüßt das Vorgehen der Stadtverwaltung: „Der Ortschaftsrat hat sich ja seinerzeit schon dafür ausgesprochen, dass der Block saniert und nicht verkauft werden soll.“ Kamith hofft, dass bei der Überprüfung eine Wirtschaftlichkeit des Gebäudes nachgewiesen werden könne und es tatsächlich weiterhin kommunales Gebäude bleibt.

Doch was ging dem Ganzen voraus?: Bereits im Oktober 2018 positionierte sich der Ortschaftsrat gegen der Verkauf des früheren Landambulatoriums (Volksstimme berichtetet). So plädierte der Ortschaftsrat damals dafür, die leeren Praxisräume in zwei Wohnungen umzubauen. Dies wurde auch immer wieder auf die Prioritätenliste gesetzt, die der Einheitsgemeinde übergeben wurde. Doch ohne Erfolg. Das Gremium kann lediglich eine Empfehlung abgeben, nicht beschließen. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Verkaufsbeschluss wieder aufgehoben

Und dieser fasste im Dezember 2018 einen Verkaufsbeschluss. Damals wurde auf den hohen Sanierungsbedarf des Gebäudes verwiesen. Dies habe zur Entscheidung des Stadtrates geführt. Doch der Ortschaftsrat bemängelte damals, dass die Immobilie samt Garagenkonplex und dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück, das sich in attraktiver Wohngegend befindet, zum Schleuderpreis veräußert werden sollte. War das Ambulatorium zunächst für 30 000 Euro ausgeschrieben worden, lag zum Schluss der Preis darunter, trotz der zu erwartender regelmäßigen Mieteinnahmen der komplett vermieteten Wohnungen. Nur die Praxisräume standen leer.

Im Februar 2019 kam jedoch die Kehrtwende. Der Stadtrat hob seinen Beschluss wieder auf. Bereits damals war angedacht worden, dass das Gebäude einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen werden sollte. Sollte dabei festgestellt werden, dass die Sanierung und die späteren Mieteinnahmen für die Kommune attraktiver seien als der Verkauf, sei letzterer vom Tisch. Falle die Überprüfung zugunsten einer Sanierung aus, werde die Einheitsgemeinde das Gebäude wohl überholen und die anfallenden Kosten durch die Mieteinnahmen decken können.