Kalbe l Für einen kurzen Moment saß Mirko Wolff, Vorsitzender des Freibad-Fördervereines Kalbe, am Sonnabendnachmittag versunken am Beckenrand und beobachte die Szenerie, die sich da gerade abspielte. Hunderte Gäste, so viele wie selten zuvor an einem einzigen Tag, tummelten sich in der Freizeiteinrichtung. Lautes Juchen ging durch die Massen. Denn gerade hatte die Jugendwehr damit begonnen, das Wasser des Nichtschwimmerbeckens lila zu färben und Kindern und Erwachsenen, die sich darin tummelten, eine Schaumdusche zu verpassen.

Sogar vor den Toren des Bades beobachteten einige Zaungäste ungläubig das Geschehen. „So viele Menschen auf einmal habe ich hier ja zum letzten Mal zu DDR-Zeiten gesehen“, sagte eine Kalbenserin, die gerade mit ihrem Enkelkind vorbeischob und begeistert stehen blieb.

Im Herbst Geschichtsabend

Aus Anlass des 80-jährigen Bestehens des Freibades – das eigentliche Jubiläum fand bereits im Mai statt – wurde an diesem Wochenende ein großes Fest gefeiert. Es begann mit einem Familienspektakel, bei dem nicht nur die Jugendwehr mit ihren Wasserspielen für Vergnügen sorgte, sondern auch der Förderverein selbst. Seine Mitglieder betreuten verschiedene Spielstationen und hielten neben den üblichen Angeboten des Kiosk-Betreibers auch Zuckerwatte und frische Waffeln bereit. Später sollten dann auch noch Schwein vom Spieß und Gegrilltes folgen. Außerdem war eine Hüpfburg aufgebaut.

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Ausnahmsweise wurde das Bad dann am Sonnabend um 18 Uhr geschlossen. Denn es galt für den Förderverein und alle anderen Helfer, die abendliche Tanzparty vorzubereiten, für die aber professionelle Unterstützung von einer Eventagentur angefordert worden war. Und diese wiederum hatte eine herausragende Liveband engagiert: Empire aus Zerbst. Sie unterhielt die Besucher, die für Kalbenser Verhältnisse recht zahlreich im großen Festzelt erschienen waren, mit Hits aus der jüngeren Musikgeschichte. Und die beiden Sänger Lisa Schmidt und Ronny Walter, aber auch ihre Musikerkollegen, gaben alles. Das hörte sich so lupenrein an, als käme es geradewegs aus dem Radio. Das Publikum war begeistert. Und das bis weit in die Nacht.

Im Herbst, so verriet Mirko Wolff, soll es noch einmal eine Veranstaltung zum Freibad-Jubiläum geben. Dann soll mithilfe von Heimatforscher Henning Krüger dessen Geschichte beleuchtet werden. Dazu wird es einen Info-Abend in einem der Kalbenser Gasthäuser geben.