Gardelegen l Nein, dieser Mann bricht keine Spielregeln. Als er mit dem Auto auf den Sportplatz des SSV 80 Gardelegen zufährt und das „Durchfahrt verboten“-Schild sieht, rollt er brav wieder zurück. „Doch, fahr einfach durch“, kommandiert ein Kollege vom Vereinsheim aus per Handy. Hebt dann die Hände. „Das ist eben René.“

Ein Tor mit Tunnelblick

Wenig später steht der ehemalige Profi-Fußballer zwischen den Kindern, klatscht mit Nachwuchs-Kickern ab, erzählt von der Bundesliga und von fairen und unfairen Situationen. Die Kinder fragen ihm torwandgroße Löcher in den Bauch. „Was war das für ein Gefühl, die Champions-League zu gewinnen?“, will Philipp Patrick Müller wissen. Tretschok erzählt: „Wenn man in Dortmund den Titel gewinnt, fährt man mit dem Auto um den Borsigplatz. Eine Million Menschen schauen dir zu. Das ist 20 Jahre her, aber in den Köpfen der Leute ist das immer noch da.“ Wie es war, das Tor für den Einzug ins Finale zu schießen? „Es war wie in einem Tunnel.“ Erst Wochen später habe er es richtig kapiert.

Ob er oft verletzt wurde, fragt Gracian Tabor. Der Ex-Profi nickt leidvoll. Oberschenkelfaserriss, die üble Verletzung am Fuß im Spiel gegen Chelsea. Den kaputten Rücken hat er immer noch. Wie lange er schon spielt, interessiert Marvin Mumm. Tretschok erzählt, wie er mit sieben Jahren in Wolfen anfing und mit 14 auf die Sportschule kam. „Wichtig war immer, dass ich meine Schule erledigt habe.“ Die 13. Klasse absolvierte er als Einzelschüler. Keine Chance, sich zu verstecken, wenn man mit dem Lehrer allein dasitzt.

Und die Fairness im Sport? Er habe sich oft gefreut, wenn der Schiedsrichter eigentlich Gelb geben wollte und der angeblich gefoulte Spieler dann hinging und sagte: „Nein, das war gar kein Foul.“ Und ein wenig Ärger ist immer noch da, wenn er sich daran erinnert, wie er ein Tor nicht bekam. Wegen des Handspiels eines Gegners ...