Gardelegen l Lange hat es gedauert. Doch jetzt soll es losgehen: der grundhafte Ausbau des Klingbergs. Nachdem eine erste Ausschreibung im vorigen Jahr nicht das erwünschte Ergebnis gebracht hatte, wurde in diesem Jahr für den Klingberg die zweite Ausschreibungsrunde gestartet. Bei der ersten Runde hatte es kein wirtschaftliches Angebot gegeben, erläuterte auf Volksstimme-Anfrage Anette Sell vom städtischen Bauamt, die dieses Projekt betreut. Die Angebote seien kostenmäßig einfach zu hoch gewesen. In diesem Jahr habe das anders ausgesehen. Den Zuschlag habe eine regionale Tiefbaufirma erhalten. Das Projekt wird als Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Gardelegener Wasserverband realisiert. Nach dem Ausbau der alten Straßen- und Gehwegsbeläge wird ein Regenwasserkanal eingebaut, ebenso eine Breitbandverkabelung. Die neue Befestigung erfolgt analog der Priester- und Wächterstraße mit Sandsteinpflaster. Für den Gehweg wird Mosaikpflaster verwendet. Erneuert wird zudem die Straßenbeleuchtung.

Die Bauarbeiten sollen in der letzten Mai-Woche beginnen. Die Fertigstellung ist für Dezember vorgesehen. Insgesamt werden 410.000 Euro investiert. Der Wasserverband ist mit 60.000 Euro dabei und die Stadt mit 350.000 Euro. Das Projekt wird im Rahmen der Stadtsanierung mit finanziellen Mitteln aus der Städtebauförderung bezuschusst. Die Förderung beträgt zwei Drittel der Baukosten. Der grundhafte Ausbau der Straße wird von archäologischen Grabungen begleitet. Ganz so große Probleme wie etwa beim Ausbau in der nur wenige Meter entfernten Wächterstraße erwarte die Verwaltung allerdings nicht. „Der Wasserverband muss nicht so tief in die Erde wie in der Wächterstraße“, erläuterte Anette Sell. Zudem sei der Klingberg auch ein bisschen breiter als die Wächterstraße, so dass auch etwas mehr Baufreiheit besteht.

Unterschiedlich breit

Das bestätigte auf Anfrage auch Carsten Scholz, technischer Leiter im Gardelegener Wasserverband. Erneuert werden nur Schachtoberteile auf dem Hauptkanal und einige Hausanschlüsse. Eine Reduzierung der Arbeiten, nicht zuletzt aus der Erfahrung mit der Wächterstraße mit extremer Enge, einem „gestörten Bauuntergrund und einer altmarktypischen Gründung der Wohnhäuser“, so Scholz. Der schlechte Untergrund in der Wächterstraße hatte zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen geführt. Viele Arbeiten mussten in Handarbeit ausgeführt, Baugruben und Hausfassaden zusätzlich gesichert werden. Das hatte auch zu Mehrkosten gegenüber der Planung geführt – sowohl beim Straßenbau als auch beim Leitungsbau des Wasserverbandes.

Aufgrund dessen hatte sich der Wasserverband entschieden, jetzt nur punktuell zu erneuern, so Scholz. Damit müsse der Verband beim Klingberg nicht so in die Tiefe wie in der Wächterstraße. Und wenn, dann nur örtlich stark begrenzt. Die Schmutzwasserleitung soll zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer sogenannten Inlinersanierung erneuert werden. Dabei handele es sich um ein grabenloses Verfahren, erläuterte Scholz. Die zweite Ausschreibung habe auch finanziell für den Verband Vorteile gebracht, denn ursprünglich seien für den Klingberg 127.000 Euro eingeplant gewesen. Nunmehr werden die Ausgaben bei etwa 60.000 Euro liegen. Allerdings gibt es natürlich auch bei dieser mittelalterlichen Gasse so einige Besonderheiten. So weise der 165,21 Meter lange Klingberg eine unterschiedliche Breite auf, die zwischen 3,86 und 6,32 Metern liegt. Die künftige Fahrbahnbreite wird dem historischen Bestand angepasst. Die Nebenanlagen werden auch unterschiedlich breit – zwischen 60 bis zu 2,20 Metern – sein.