Gardelegen  l Ein kleiner Weihnachtsbaum, gespannte Wollfäden als Symbol der Verbundenheit, Kerzen auf dem Pflaster, und dann sollte es losgehen, das familiäre Weihnachtssingen am vierten Adventssonntag auf dem Rathausplatz, einschließlich einer Spendensammlung für das Frauenhaus in Salzwedel. Doch schon weit vor Beginn hatten sich mehrere Polizeibeamte auf dem Rathausplatz postiert, ebenso ein Vertreter des städtischen Ordnungsamtes.

Und die lösten die „Versammlung“ auf mit dem Verweis auf die neuen Corona-Verordnungen, die solche Zusammenkünfte im öffentlichen Raum nicht mehr zulassen würden. Die Sänger sollten den Platz verlassen. Anderenfalls würden Personalien aufgenommen und Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstattet, hieß es.

Unterdessen schallte es aus einem Lautsprecher: „Wir lassen uns das Singen nicht verbieten.“ Und das würde man jetzt eben bei einem Spaziergang machen. „Traurig“, „wir wollten doch nur ein Zeichen für ein Miteinander setzen“, „wir tun hier niemandem etwas“, „und dafür zahlen wir Steuern“, lauteten einige Kommentare aus der Runde der adventlichen Singegemeinschaft.