Edeka-Bau in Gardelegen

Gardelegener Anwohner fürchten Lärmbelästigung durch Edeka-Bau

Die Anwohner des Gardelegener Klammstiegs beschäftigt der geplante Bau eines Edeka-Marktes an der Stelle des Volkshauses. Sie fürchten Lärmbelästigung.

Von Elke Weisbach
Das Volkshaus in Gardelegen soll abgerissen und an diesem Standort ein Edeka-Markt errichtet werden. Dagegen haben die Anwohner des Klammstiegs große Bedenken.
Das Volkshaus in Gardelegen soll abgerissen und an diesem Standort ein Edeka-Markt errichtet werden. Dagegen haben die Anwohner des Klammstiegs große Bedenken. Archivfoto: Malte Schmidt

Gardelegen - Der Abriss des Volkshauses und der geplante Bau eines Edeka-Marktes an dieser Stelle beschäftigt die Gardelegener Bürger, vor allem die Anwohner des Klammstiegs.

Die haben große Bedenken gegen das Bauvorhaben. Vor allem sehen sie keinen Sinn darin, noch einen zusätzlichen Einkaufsmarkt anzusiedeln, wie Christian Mehlicke vor Kurzem während der jüngsten Bauausschusssitzung deutlich machte, denn es gebe bereits acht Einkaufsmärkte für etwa 10000 Einwohner in Gardelegen. Im Vergleich dazu nannte er Neuruppin, die Stadt, aus der seine Partnerin Andrea Schefke stamme. Dort gebe es 30000 Einwohner und elf Märkte. „Wir sehen keinen Gewinn für die Innenstadt. Der Markt wird keinen in die Innenstadt ziehen“, erklärte Mehlicke. Vielmehr werde er die Kleinhändler wie Bäcker und Fleischer am Standort verdrängen. Kritisch sah er auch die Pläne, einen weiteren Drogeriemarkt als Fachmarkt dort zu bauen. Der Standort sei, so seine Meinung, vielmehr prädestiniert für ein Wohngebiet.

Zu große Flächenversiegelung

Sorge bereite ihm auch die damit einhergehende Versiegelung der Flächen: „10000 Quadratmeter, das ist beachtlich.“ Vor allem mit Blick darauf, dass sich das Plangebiet im Mildetal befinde. Dort würden Quellen entspringen, Gewässer fließen und dort gebe es eine große Artenvielfalt, deshalb sollte der Standort als sensibles Öko-System betrachtet werden.

Andrea Schefke sprach zudem die höher werdende Lärmbelästigung und Zunahme des Verkehrs auf dem Klammstieg an, der als Zugangsstraße vorgesehen sei. Es gebe weder Fuß- und Überwege, noch Schilder oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Fahrzeuge. Junge Familien hätten Angst um die Sicherheit ihre Kinder. Zudem werde die Kreuzung Klammstieg/Salzwedeler Torstraße noch stärker frequentiert und zur weiteren Gefahrenquelle. „Für uns macht kein Gutachten und keine Lärmschutzwand den Lärm von den Anlieferungsfahrzeugen und elektrischen Anlagen wett“, machte sie deutlich. Es werde eine große Lärmbelästigung entstehen, ist sie sich sicher, die die Lebensqualität auf Dauer mindern werde.

Wie Ottmar Wiesel, Leiter des Fachbereiches Baudienstleistungen in der Stadtverwaltung, sagte, lägen derzeit die ersten Vorentwürfe vor und man sei dabei, das Verfahren in Gang zu bringen.

Naturschutzbehörde ist involviert

Dabei gehe es um die verschiedenen Untersuchungen zu Lärm, Emission, Verkehrsfluss und -aufkommen. Auch die Naturschutzbehörde sei involviert. Und die Investoren würden wissen, dass die Ergebnisse Einfluss auf das Projekt hätten, das dann angepasst werden müsse. Zudem habe bei der öffentlichen Auslegung der Baupläne jeder die Möglichkeit, Stellung zu nehmen, Bedenken zu äußern und Hinweise zu geben.

Und erst, wenn das alles rund sei, ergänzte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher, werde das Projekt wieder in den Ausschüssen behandelt. Zudem machte sie klar, dass auch der Stadt bewusst sei, dass man mit einem Edeka an dem Standort niemanden in die Innenstadt ziehe. Aber der Standort gehöre noch zum Bereich Innenstadt, für die man nach dem Weggang von PUG versucht habe, einen neuen Nahversorger anzusiedeln. Das sei an einem anderen Standort nicht möglich.

Und das Projekt von vornherein abzulehnen, sei nicht möglich. „Wenn man eine zulässige Bebauung nicht zulässt, kann das zu einer Schadensersatzklage führen“, machte Schumacher deutlich.