Gardelegen l „Hallo liebes Team von der G7-Station, vielen Dank, dass Ihr mir auf den ersten Schritten in mein Leben geholfen habt! Ihr seid super-lieb, und ich werd immer an Euch denken.“ Etliche so rührende Karten wie diese, die die Mutti vom kleinen Emil den Mitarbeitern im Dezember 2017 schickte – samt Bild vom kleinen Prinzen, versteht sich – hängen aktuell im Besuchszimmer der Gardeleger Entbindungsstation an der Pinnwand. Eine ganze Kiste ist es im vergangenen Jahr geworden. Und über jede einzelne freuen sich die Hebammen, Kinderkrankenschwestern und Ärzte natürlich sehr.

Denn sie dürfen fast jeden Neustart ins Leben in den ersten paar Tagen begleiten. Mehr als 95 Prozent der Frauen nutzen nämlich die volle Liegezeit. Vier Nächte können die Muttis nach der Entbindung noch im Krankenhaus bleiben. „Und das nehmen die allermeisten in Anspruch“, bestätigt Chefärztin Angelika Schmäcke. „Maximal fünf Prozent möchten eine ambulante Geburt.“ Das heißt, sie verlassen schon sechs Stunden nach der Entbindung mit ihrem Kind das Krankenhaus. „Wenn es Mutter und Kind gut geht“, sei das auch kein Problem, versichert Schmäcke. Allerdings sei diese Entscheidung auch mit Nachteilen verbunden. Denn im Krankenhaus finden in den ersten Tagen wichtige Untersuchungen statt. Vom Hörscreening bis zum Ultraschall, von der Untersuchung der Hüften bis zur U2, der zweiten Komplettuntersuchung eines Kindes, passiert alles vor Ort. Wer früher geht, muss sich selbst um diese Termine kümmern. „Und viele Mütter sagen sogar, dass sie Besuch lieber hier im Krankenhaus empfangen, als zu Hause“, sagt Schmäcke schmunzelnd.

Familienzimmer gehört zum Service

Offensichtlich genießen die meisten Mütter die Fürsorge, die im Altmark-Klinikum ebenso groß geschrieben werde wie die Individualität. Viele Wünsche der Frauen könnten nämlich berücksichtigt werden. So zum Beispiel der nach einem Familienzimmer, in dem auch der Papa rund um die Uhr bei Frau und Kind sein kann. Schließlich sind heute die meisten Väter schon bei der Geburt dabei. Ein Thema, zu dem es bei den Vorgesprächen – auch ein Service des Klinikums – immer wieder mal Nachfragen gibt, erzählt Schmäcke. Denn natürlich darf der Papa dabei sein, er müsse es aber nicht. Wer sich als Mann überfordert fühle, solle ruhig nein sagen, „selbst wenn es die Gesellschaft heute von ihnen erwartet“, empfiehlt die Chefärtzin. In einem solchen Fall könne auch die Mutti oder die beste Freundin der werdenden Mama in den Kreißsaal mitgenommen werden. Allerdings ist die Begleitung auf eine Person begrenzt, macht Schmäcke deutlich. „Es kann ja auch immer mal eine Notsituation eintreten“, und dann – zum Beispiel bei einem ungeplanten Kaiserschnitt – brauche das Team Bewegungsfreiheit.

Der Kaiserschnitt ist übrigens auch ein Punkt, der bei Kreißsaalführungen oft angesprochen wird“, erzählt Schmäcke. „Die Spontangeburt – immer noch die am meisten gewünschte Entbindungsart – ist und bleibt ein großes Thema.“ Und die sei auch in vielen Fällen möglich, sogar bei einer Beckenendlage des Kindes. „Geburtshilflich sind wir hier ein Top-Team“. Die erfahrene Hebammen und Ärzte könnten oft auch einem solchen Fall einen Kaiserschnitt vermeiden.

Viele fragen nach Schmerzmitteln

In einem weiteren Punkt kann Schmäcke ebenfalls beruhigen. Denn auch das Thema Schmerzmittel wird oft nachgefragt. Hier gebe es mittlerweile aber viele Möglichkeiten, den Schmerz zu lindern – immer steht dabei aber das Wohl des Kindes im Vordergrund.

Ansonsten können die Kreißenden über vieles selbst bestimmen. So zum Beispiel können sie Gebärhocker oder Geburtswanne wählen – beides steht im Kreißsaal zur Verfügung. Genutzt werden diese aber eher selten, „maximal ein bis zwei mal im Jahr“, schätzt Schmäcke. Die meisten Muttis möchten im Bett entbinden. „Schließlich ist so eine Geburt ja auch harte Arbeit.“

Erleichtert wird den Eltern die Ankunft ihres Kindes in Gardelegen deshalb schon im Vorfeld. Denn wer sich im Klinikum rechtzeitig zur Entbindung anmeldet – wie die allermeisten Paare – wird nicht nur medizinisch gut versorgt, sondern kann auch schon alles Administrative, wie zum Beispiel das Ausfüllen der Fragebögen, erledigen. „Wenn die Frauen mit Wehen zu uns kommen, haben sie schließlich keine Lust mehr, Omas Krankengeschichte auszugraben“, sagt Schmäcke augenzwinkernd.

Gut vorbereitet können sie sich ganz entspannt auf den ersten Schrei ihres kleinen Wunders freuen.