Kinderklinik Gardelegen

Gespräche mit interessanten Bewerbern: Chefarztposten in der Gardelegener Kinderklinik bald besetzt?

Die Besetzung der Chefarztstelle der Kinderklinik in Gardelegen ist zwar noch nicht erfolgreich abgeschlossen, aber es soll Gespräche mit interessanten Bewerbern gegeben haben. Ein Vertragsabschluss ist aber noch nicht zustande gekommen.

Von Cornelia Ahlfeld
In diesem Anbau wird sich künftig auch das Mutter-Kind-Zentrum  des Altmark-Klinikums Gardelegen befinden. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2023 geplant.
In diesem Anbau wird sich künftig auch das Mutter-Kind-Zentrum des Altmark-Klinikums Gardelegen befinden. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2023 geplant. Foto: Cornelia Ahlfeld

Gardelegen - Noch ist nichts in trockenen Tüchern, aber offenbar ist man recht optimistisch, dass die vakante Chefarztstelle in der Kinderklinik am Standort Gardelegen besetzt werden kann. „Zur Besetzung der Chefarztstelle haben einige sehr gute Gespräche mit interessanten Bewerbern stattgefunden“, informierte Ivonne Bolle, Pressesprecherin der Altmark-Klinikum GmbH, auf Volksstimme-Anfrage. Allerdings werde das Altmark-Klinikum bei der Personalangelegenheiten immer eine verbindliche Gremienbeteiligung einhalten. Erst mit einer „ernsthaft vertraglichen Entscheidung“ könne man die Öffentlichkeit dann entsprechend informieren. Von daher könnten zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Einzelheiten dazu verkündet werden.

„Wir halten also weiterhin daran fest und hoffen, dass wir außerdem noch Fach- und Assistenzärzte für die pädiatrische Versorgung im Altmark-Klinikum gewinnen können“, so Bolle. Und man setze dabei weiterhin auf die besondere Aktion „Land in Sicht“, um entsprechende Fachkräfte für Gardelegen zu interessieren.

Aktion „Land in Sicht“ wird fortgesetzt

Auf der Homepage des Altmark-Klinikums (www.altmark-klinikum.de) finden sich dazu viele Informationen. Und dabei geht es nicht nur um die Suche nach Fachkräften schlechthin. Zugleich wird für eine ganze Region geworben. In kurzen Videobotschaften kommen dabei die Partner des Aktionsbündnisses Kindergesundheit Altmark zu Wort, darunter die Vorsitzende des Fördervereines der Kinderklinik, Christine Schulz, Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher, Landrat Michael Ziche und die Vorsitzende des städtischen Sozialausschusses, Sandra Hietel.

Erfreut zeigte sich auch Mandy Schumacher. In einer gemeinsamen Beratung der Partner des Aktionsbündnisses sei gesagt worden, „dass wir dem positiv entgegenblicken können“, betonte sie. Nach einem Vertragsabschluss soll dann intensiv die Suche nach Assistenzärzten fortgesetzt werden, wiederum mit Unterstützung des Bündnisses.

Unabhängig von der Personalsuche wird am Hauptgebäude des Krankenhauses auch weiter am neuen Mutter-Kind-Zentrum gearbeitet. Unter anderem stehen aktuell Arbeiten im Brandschutzbereich, Trockenbauarbeiten, Dachabdichtungsarbeiten und bauvorbereitende Maßnahmen für das Dachgeschoss an. Mit einer Fertigstellung der Gesamtmaßnahme sei im dritten Quartal 2023 zu rechnen, so Bolle.

Hintergrund des Ganzen waren die drohende Schließung der stationären Kinder- und Jugendmedizin am Standort in Gardelegen. Entsprechende Pläne des Trägers der Einrichtung, die Salus Altmark Holding mit seinen Standorten in Gardelegen und Salzwedel, wurden Ende Mai 2020 bekannt. Im Rahmen von Umstrukturierungen sollte die Kinderklinik in Gardelegen geschlossen werden. Stattdessen sollte es Spezialisierungen geben – in Gardelegen eine ambulante Versorgung und in Salzwedel eine stationäre. Hintergrund seien finanzielle und personelle Probleme, hieß es. Es fehle schlichtweg medizinisches Fachpersonal.

Bauabschluss im dritten Quartal 2023

Die Schließungspläne sorgten für zahlreiche Proteste und Unterschriftensammlungen. Im Ergebnis dessen wurde im September des vorigen Jahres das Aktionsbündnis Kindergesundheit gegründet mit dem gemeinsamen Ziel aller Beteiligten, der Salus Holding, der Altmark-Klinikum GmbH, Stadt und Kreis sowie des Fördervereines der Kinderklinik, die stationäre Betreuung in Gardelegen zu erhalten. Unter anderem wurde die Werbeaktion „Land in Sicht“ gestartet, um Fachpersonal zu werben.

Im Zuge einer bundesweiten Personalsuche hatte es dann auch zwei Bewerbungen für die Kinderklinik gegeben. Ein Arbeitsverhältnis war in beiden Fällen dann allerdings nicht zustande gekommen. Ende Dezember informierte der Träger dann über einen Alternativplan, wonach der Bestand der Einrichtung weiter mit dem Einsatz von Honorar- und Vertretungsärzten gesichert werden sollte. Der sollte zunächst nur für das erste Quartal 2021 gelten und wurde dann bis zum 30. Juni verlängert.

Anfang September 2018 hatte die Altmark-Klinikum GmbH als Bauherrin einen Fördermittelbescheid, überreicht von Sozialministerin Petra Grimm-Benne, über 5,3 Millionen Euro für das Mutter-Kind-Zentrum, unter anderem mit Kinderklinik, und für die Umgestaltung der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie erhalten. Der Eigenanteil für das Klinikum liegt bei 1,44 Millionen Euro. Die Bauarbeiten waren im September 2018 begonnen worden (Volksstimme berichtete).