Gardelegen l Es ist geschafft. Und die Erleichterung darüber war den drei Initiatorinnen zur Gründung des ersten Jugendparlaments für die Einheitsgemeinde Gardelegen, Jolina Schlaß, Hannah Weber und Jette Mertens, am Freitagabend im Gardelegener Rathaussaal anzumerken. Denn dort konnten sie die Wahlergebnisse der Jugendbeiratswahl verkünden – zum Glück noch im Beisein von neun der gewählten Jungparlamentarier, die auch ihre Ernennungsurkunde erhielten, und von Gästen. „Ich bin unfassbar glücklich und dankbar, dass wir heute noch hier sitzen können“, betonte dann auch Weber bei der Begrüßung.

Interessenvertretung für Kinder und Jugend

Und aus ihrer Freude über die Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen in der Hansestadt machte auch Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher keinen Hehl: „Wir freuen uns total, dass ihr euch als Kandidaten zur Wahl gestellt habt und euch nun einbringen wollt.“ Schon kurz nach ihrem Amtsantritt am 1. Juli 2015 hatte die Stadtchefin in einem Interview mit der Volksstimme betont, dass sie die Menschen vor Ort anregen möchte, bei der Gestaltung der Stadt mitzumachen. Vor allem auch junge Leute wolle sie animieren, sagte sie damals: „Mir schwebt da so etwas wie ein Jugendbeirat vor.“

Zahlreiche Versuche gab es, so etwas in Gang zu bringen, was bisher immer scheiterte, weil es nicht aus den Reihen der Jugendlichen selbst kam. Dass nun dieser Wunsch doch wahr geworden ist, findet Schumacher „toll“. „Wir freuen uns auf euch und die Zusammenarbeit mit euch“, sagte sie. „Es wird euch Spaß machen, Politik mitzugestalten“, ist sie sich sicher.

Aus Eigeninitiative heraus entstanden

Die Bürgermeisterin dankte noch einmal den drei Initiatorinnen, die ihrerseits ihren Unterstützern – neben Schumacher waren das Jacob Beuchel vom Verein Miteinander in Salzwedel und Anna Stein vom Verein zur Förderung der Bildung (VFB) Salzwedel – Dankeschön sagten.

Das kam auch zurück. Beuchel, der das Jugendbotschafter-Projekt bei Miteinander betreut und den Initiatorinnen das theoretische Handwerkszeug zur Umsetzung ihrer Idee in die Praxis vermittelte, betonte: „Ich finde es wunderbar, dass in einer Zeit, in der Corona die Bildungsarbeit so schwer gemacht hat, dieses Projekt umgesetzt werden konnte und sich nun zwölf Jugendliche auf den Weg machen, ihre Ideen umzusetzen.“ Anna Stein erklärte, dass es ein innerliches Feuerwerk in ihr entfacht habe, als sie von der Idee gehört habe: „Es ist super, wenn das aus Eigeninitiative entsteht.“ Beide boten den zwölf Jugendlichen, die für zwei Jahre gewählt worden sind, ihre weitere Unterstützung an.

Für diese steht nun ein erstes Online-Schulungswochenende an. Dann sollen die eigentliche Arbeit in den Fachgruppen und Beiratssitzungen beginnen.