Kalbe l „Das Objekt ist für die kriminaltechnischen Untersuchungen beschlagnahmt. Sie können jetzt hier nichts machen“, sagt ein Polizist freundlich, aber bestimmt zu einer leitenden Mitarbeiterin des Kalbenser NP-Marktes. Die steht mit Fassungslosigkeit in den Augen vor dem Lebensmitteldiscounter an der Wernstedter Straße – beziehungsweise vor dem, was noch davon übrig geblieben ist.

Um 4.45 Uhr lief am Karfreitag bei der zuständigen Wachschutzfirma ein erster Alarm auf. Wenig später heulten dann in Kalbe die Sirenen, rückten die ersten Einsatzfahrzeuge an den Ort des Geschehens aus. Zu dieser Zeit war allerdings schon nichts mehr zu retten. Der NP-Markt stand lichterloh in Flammen. Die Feuer- und Rauchsäule schraubte sich Dutzende Meter in den klaren Nachthimmel, war über viele Kilometer weit zu sehen.

Neben dem Lebensmittelmarkt gingen auch die integrierte Filiale der Altmärker Fleisch- und Wurstwaren sowie der davor befindliche Shop der Stendaler Landbäckerei in Flammen auf. Viele Kunden hatten dort für die Osterfeiertage Waren vorbestellt, wie es vor Ort von Mitarbeitern hieß. Auch sie konnten nur tatenlos dabei zusehen, wie das gesamte Objekt immer mehr in sich zusammenstürzte. Die Feuerwehr musste es kontrolliert ausbrennen lassen.

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Insgesamt waren 80 Einsatzkräfte mit 15 Fahrzeugen vor Ort. Neben den Feuerwehrleuten aus Kalbe selbst sowie aus den dazugehörenden Löschgruppen Bühne und Karritz/Neuendorf war auch die Kakerbecker Feuerwehr mit ihren Löschgruppen Brüchau, Winkelstedt und Wustrewe vor Ort. Weil sich die Löscharbeiten über mehrere Stunden erstreckten, wurde am frühen Morgen dann auch eine Getränkeversorgung für die Kameraden sichergestellt. Sie konnten zu Wasser und frisch gekochtem Kaffee greifen.

20 Mitarbeiter aus drei Unternehmen betroffen

Den hatten besonders jene Feuerwehrleute nötig, die bereits gegen 3 Uhr auf den Beinen waren. Da war in der Milde-Stadt selbst zwar noch alles ruhig, aber in der Nachbarstadt Klötze war ein Großbrand ausgebrochen. Die Kameraden aus Kalbe hatten dort unter anderem mit ihrem Drehleiterfahrzeug auszuhelfen – bis zu jenem Zeitpunkt, als in ihrem Heimatort das Feuer losbrach und sie dorthin zurückeilen mussten.

Spezialisten der Kriminalpolizei haben gestern die Suche nach der Brandursache aufgenommen. Der entstandene Schaden geht in die Hunderttausende, wobei auch ein an den Markt angrenzendes, leerstehendes Ladenlokal in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Insgesamt sind 20 Mitarbeiter (inklusive Fleischerei- und Backwaren-Filiale und Auszubildende) von dem Brand betroffen. Ihr bisheriger Arbeitsplatz ist vernichtet.

Der NP-Markt gehört zur PUG Kauf eG mit Sitz in Salzwedel. Der Nahversorger wird mit Waren der Edeka-Gruppe beliefert.