Kalbe l „Ich sage zu meinem Mann immer, Wolke, wenn du dich verziehst, kann es noch ein schöner Tag werden.“ Und drei Worte, die er hören möchte und die ihn in den Himmel heben: „Häng dich auf!“ – „Die süße Helga“, alias Martin Tschirnich, plauderte mit frecher Berliner Kodderschnauze über ihr Eheleben und ließ die Lachtränen der Gäste im Kutscherhaus fließen. Dazu stimmte sie so manchen Hit aus DDR-Zeiten wie „Jetzt kommt die Süße“, „Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael“ und „Auf die Bäume ihr Affen, der Wald wird gefegt“ an, die von den Besuchern gleich mitgesungen wurden. „Den Text könnt ihr ja, ihr kommt ja aus dem Osten“, lobte Helga und machte es sich auch schon mal auf dem Schoß eines Gastes bequem.

Gäste bleiben vor Ort, Künstler wandern

Viel zu schnell waren die veranschlagten 20 Minuten für ihr Gastspiel im Kutscherhaus auch schon wieder vorbei, denn auch im Dubrovnik – hier machten Veit-Club mit Veit Rothaupt am Kontrabass, An- dreas Schweinert an der Gitarre, Trompeter Michael Krüger und Sebastian Krüger am Schlagzeug – mit Jazz den Auftakt, im Piccolo, wo der Kalbenser Manfred Richter mit Otto-Reutter-Couplets zu Beginn des Abends begeisterte, und im Friedenseck, wo zum Kulturnacht-Start die Band Purple Joe mit Ohrwürmern von Rock bis Country die Gäste mitrissen, wurde sie noch erwartet und sorgte mit ihren humorigen Plaudereien für Stimmung.

Das nämlich ist die Idee der Kulturnacht, die zum sechsten Mal vom Kalbenser Kultur- und Heimatverein auf die Beine gestellt wurde: Die Gäste bleiben in den Lokalitäten, genießen den Abend mit Freunden, einem guten Essen sowie das eine oder andere Getränk, und die Künstler wandern von einem Ort zum nächsten.

Bilder

Ohne Zugabe wurde niemand fortgelassen

Ohne Zugabe allerdings wurden diese meistens nicht fortgelassen, so wie Andreas Dziuk, musikalischer Leiter im Stendaler Theater der Altmark, und Schauspielerin Caroline Pischel, die mit Gassenhauern wie „Ach Egon“, „Ich will keine Schokolade“ und „Männer sind Schweine“ begeisterten und unter anderem im Piccolo gefeiert wurden. Etwas später am Abend gesellte sich auch noch die Band Luster mit Stefan Kühl, Julius Erl und Lukas Graf sowie als Gastkünstler Kevin Reinhardt in den Künstlerreigen. Sie zogen mit zwei alten Bollerwagen, in denen sie ihr Equipment verstaut hatten, von Lokalität zu Lokalität, wo sie mit Coverhits von „Am Fenster“ von City bis „Soulstorm“ von Patrice für Stimmung sorgten.