Gardelegen l Temperaturen um die 30 Grad, schwüle Hitze vor allem in den oberen Etagen, das neue Schuljahr beginnt heiß - zur Freude vieler Schüler aber auch sehr entspannt.

"Wir machen heute einfach Unterricht nach Bedarf", verriet am Donnerstag zum Beispiel Schulleiterin Silvia Straßburg in der Gardeleger Otto-Reutter-Grundschule. Innerhalb der festen Öffnungszeiten wurden die Pausen verlängert und die Stunden verkürzt. "Wir haben ja noch Glück, bei uns ist es relativ kühl", der Altbau mit seinen dicken Wänden habe sich noch nicht so extrem aufgeheizt. "Oben im Musikraum und in der Aula ist es aber auch bei uns sehr heiß."

"Im Durchschnitt 28 Grad" warm waren die Räume in der Gardeleger Goethe-Grundschule. Deshalb gab es auch dort verkürzten Unterricht. "Wie lange, das entscheiden die Lehrer bei uns situationsbedingt", sagt Schulleiterin Grit Schnügger. Wie bei Hitze verfahren wird, hatte sie gemeinsam mit ihrem Lehrerteam entschieden, und zwar noch mit kühlem Kopf "schon im vergangenen Schuljahr". Wie lange die Regelung anhalten wird, wird täglich neu entschieden. Möglicherweise werde sie auch noch in der kommenden Woche greifen, so Schnügger: "Wenn es draußen kühler wird, sind es die Räume ja meist noch nicht."

Von kühlen Räumen kann derzeit auch in der Miester Grundschule keine Rede sein. Schulleiter Thomas Eckhardt nahm es mit Humor: "Ich hab hier in meinen Büro 30 Grad und wenn ich den Aktenschrank aufmache, denke ich, ich stehe vor einer Heizung." Deshalb habe er entschieden, dass der Unterricht nur verkürzt stattfindet und um 12 Uhr beendet ist. "Eltern können ihre Kinder dann abholen." Die wüssten auch schon Bescheid, so Eckhardt. "Bei uns findet die erste Elterversammlung nämlich immer schon zwei Tage vor Schulbeginn statt."

Bereits um 11 Uhr war am Donnerstag der Unterricht an der Jävenitzer Grundschule beendet. Und auch hier dauerten die Schulstunden nur 30 Minuten. Etliche Schüler waren mit ihren Stühlen auf den Schulflur umgezogen. "Am ersten Schultag findet aber ohnehin noch kein regulärer Unterricht statt", betonte Schulleiterin Kerstin Ohmenzetter. "Wir erzählen, von den Ferien", etliches Organisatorisches sei auch zu regeln. "Die Kinder müssen ja erstmal ankommen."

Ähnlich sah man die Sache auch in der evangelischen Grundschule. Auch hier folgten 30 Minuten Unterricht jeweils eine ebenso lange Pause.

Hitzerekord

Den Hitzerekord morgens hatte vermutlich die Wander-Grundschule in ihren Plattenbau. In einem Klassenraum wurden 32 Grad gemessen. "Bis die Schüler kamen, hatten wir den aber schon deutlich runtergekühlt", betonte Schulleiterin Regina Müller. "Den Kindern geht es gut", davon hatte sie sich gerade überzeugt. Die Kollegen hätten auch geschaut, dass alle genügend zu Trinken dabei haben und sich in den verlängerten Pausen schattige Plätze suchen.

Unterricht in regulärer Form, aber nur bis zur 5. Stunde, gab es am ersten Schultag in der Letzlinger Grundschule. Hier herrschten allerdings auch noch halbwegs erträgliche 26 Grad in den Räumen. Am Freitag wird laut Schulleiterin Silvia Lehmann bereits nach der dritten Stunde Schluss sein. "Danach üben wir dann das Programm für die Einschulung."

Handys ausnahmsweise erlaubt

Eine Einschulung ist für sie zwar kein Thema, neue Schüler begrüßten die beiden Sekundarschulen und das Gymnasium Gardelegen allerdings auch. Nämlich die Fünftklässler. Und auch hier gab es hitzefrei. In der Gardeleger Karl-Marx-Sekundarschule ab 11 Uhr. "Wer dann von den Eltern abgeholt wird oder die Erlaubnis bekommt, zu gehen, darf das tun", versicherte Schulleiterin Solveig Lamontain. In diesem Rahmen gab's sogar eine Ausnahmeregelung: "Die Kinder durften zu Hause anrufen und ausnahmsweise dazu auch ihr mal Handy benutzen."

Einen Elternbrief für die Regelung nahmen die Schüler der Miester Sekundarschule mit nach Hause, zum Ankreuzen, ob sie bei Hitzefrei selbstständig nach Hause gehen dürfen. Am Donnerstag durften auch hier die Lehrer eigenständig entscheiden, wie sie mit der Hitze umgehen, zum Beispiel ob die Schüler die Pause auf dem Hof, oder doch lieber in den schattigen Räumen verbringen wollen. "Alle geben sich hier große Mühe", versicherte Schulleiterin Ilka Passiel.

Wie heiß genau es am Donnerstagmorgen im Gardeleger Geschwister-Scholl-Gymnasium war, hatte niemand nachgemessen: "Ich weiß gar nicht, ob man das wirklich wissen will", vermutete Schulleiterin Steffi Ros augenzwinkernd. Denn die Räume seien fast alle völlig überhitzt. Um 13 Uhr war deshalb auch für die Gymnasiasten Schulschluss und auch hier gab es verkürzte Unterrichtsstunden für alle.

Volle Stundenlänge aber ein früherer Heimweg wurde allen Schülern der Kalbenser Danneil-Sekundarschule angeboten. Ab der dritten Stunde gab es verkürzten Unterricht. Nach der fünften Stunde konnten diejenigen, die nicht mit dem Bus mitmussten, nach Hause.

In der Kalbenser Astrid-Lindgren-Grundschule gab es laut Schulleiterin Heike Pick keine Änderung des Schulablaufes, der wegen der Vorbereitung auf die kommenden Unterichtstage aber ohehin deutlich entspannter war. Zudem wurden die Kinder aufgefordert, viel zu trinken.