Kreistag wird Planung bis 2018/19 Ende dieses Jahres beschließen

Inklusion: 170 Kinder fehlen in Förderschulen

Von Uta Elste

Der Kreistag wird Mitte Dezember die neue Schulentwicklung bis 2018/19 beschließen. Auch wenn der Bestand der meisten Schulen nicht gefährdet ist, wird es doch Veränderungen in der Bildungslandschaft geben.

Salzwedel. Die Idee der Inklusion, der zufolge auch Schüler mit Förderbedarf an einer Regelschule unterrichtet werden, wird von Landrat Michael Ziche ausdrücklich begrüßt. Im bevorstehenden Schuljahr werden daher 74 Jungen und Mädchen im Altmarkkreis statt einer Förder- eine reguläre Grundschule und weitere 96 Kinder und Jugendliche in unterschiedlichen Jahrgängen eine der neun Sekundarschulen besuchen.

Aber Ziche weiß auch um die andere Seite der Medaille. Diese 170 Kinder und Jugendlichen fehlen den drei Förderschulen. Die Konsequenz: Auf lange Sicht wolle sich der Altmarkkreis auf den Erhalt der Förderschulen in Gardelegen und Salzwedel konzentrieren. Wenn der letzte zahlenmäßig starke Jahrgang die Klötzer Zinnbergschule verlassen hat, werden vier bis sieben Schüler pro Jahrgang übrigbleiben. Diese sollen dann die anderen beiden Schulen besuchen, 2015/16 beginne die auslaufende Beschulung. Für den Erhalt der Zinnbergschule sei der Einzugsbereich in der Vergangenheit in Richtung Diesdorf verändert worden, erinnert Ziche.

Viel Geld in jetzt stabile Einheiten investiert

Die Inklusion beeinflusse nicht nur die Standortfrage, sondern auch die der Qualität. "Wir müssen unbedingt über pädagogische Kräfte nacharbeiten", so der Landrat. Denn teilweise sei eine pädagogische Kraft zur Betreuung eines Schülers erforderlich.

Der Bestand der neun Sekundarschulen bis 2018/19 sei nicht gefährdet, so Ziche weiter. In den vergangenen Jahren seien mit umfangreichen Mitteln stabile Einheiten geschaffen worden. Im Einzelfall, etwa bei der Sekundarschule Dähre, werde wohl eine Ausnahmegenehmigung erforderlich sein.

Mit der neuen Schulentwicklungsplanung werden Eltern aus Salzwedel und den Ortsteilen nicht mehr frei entscheiden könne, ob ihre Kinder die Lessing- oder die Comeniussekundarschule besuchen. Ab 2014 gelten für die beiden Schulen feste Einzugsbereiche, kündigte Ziche an.

Die Arendseer Sekundarschule Theodor Fontane will ab dem Schuljahr 2014/2015 als Integrierte Gesamtschule neue Wege beschreiten. "Der entsprechende Antrag liegt bereits vor, und aus unserer Sicht gibt es für Einwände keinen Grund", so Ziche über den Stand der Dinge.

Gesamte Kommune ist jetzt ein Schulstandort

Das Abitur werden die Fontane-Schüler jedoch weiter in Salzwedel ablegen, da die Integrierte Gesamtschule mit dem dortigen Jahngymnasium kooperieren soll. "Der Wechsel würde dann nach der 9. Klasse erfolgen", erläutert der Landrat die Verfahrensweise. Man müsse einfach abwarten, wie sich die Akzeptanz entwickele.

Die drei Gymnasien im Altmarkkreis seien jedoch so gut aufgestellt, dass auch die Etablierung weiterer Gesamtschulen ihren Bestand nicht gefährden würde.

Abzuwarten sei auch die Entwicklung bei den Grundschulen, die sich in Trägerschaft der Kommunen befinden. "Eigentlich bilden unsere Grundschulen ein relativ stabiles System, das im Grunde nicht zur Disposition steht", schätzte Ziche ein. Man müsse abwarten, was die Abrundung der Einzugsbereiche bringe. "Hier ist die Kreativität und Entscheidungsfreude der Träger gefragt." Jedoch betrachte die neue Verordnung zur Planung jetzt die gesamte Einheits- oder Verbandsgemeinde als einen Schulstandort. Das könne wichtig sein, wenn es um Einzel- oder Mehrfachstandorte gehe, für die dann andere Schülerzahlen gelten.