Gardelegen l „Die jungen Leute haben es schon mitbekommen und nutzen es auch“, wusste Klaus Bernstein vom Gardelegener Kultur- und Denkmalpflegeverein gestern zu berichten. Denn nicht nur am Salzwedeler Tor als Bestandteil der Wallanlagen, sondern auch an und in der Nikolaikirche, die derzeit vom Verein zum Kulturzentrum umgebaut wird, können Besucher der Stadt und Einheimische ab sofort das kostenfreie WLAN des Vereines Gartenträume – Historische Parks Sachsen-Anhalts nutzen, um sich beispielsweise über den grünen Ring rund um Gardelegens mittelalterlichen Stadtkern oder die Historie des ehemaligen Gotteshauses zu informieren. Dazu müssen sich Interessenten nur mit den allgemeinen Geschäftsbedingungen des WLAN-Gartenträume einverstanden erklären, schon können sie sich ins Internet einloggen.

Premiere für die Altmark

„Wir sind froh, dass wir das Angebot bekamen und mitgemacht haben. Das ging völlig problemlos“, erklärte Bernstein. Dasselbe gilt auch für die Stadt Gardelegen, wie Bürgermeisterin Mandy Schumacher betonte: „Es war uns eine Freude, das Projekt begleiten zu dürfen.“ Das hörte Theo Struhkamp, Referatsleiter für Digitale Infrastruktur, Breitbandversorgung, Post und Telekommunikation im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt, mit Freude. Denn das Ministerium unterstützt die Errichtung des öffentlichen Gartenträume-WLAN an landesweit 50 Standorten des Tourismus-Netzwerkes und die Erschließung von rund 60 Bauwerken der Tourismusroute „Straße der Romanik“ mit drahtlosem Internet mit insgesamt 2,5 Millionen Euro aus Mitteln der ehemaligen Parteien und Massenorganisationen der DDR (PMO-Mittel).

Struhkamp und seine Referatsleiterin für Wirtschaftsförderung, Jana Hildebrandt-Kluschke, trafen sich gestern zum ersten offiziellen Startschuss des kostenfreien WLAN in Sachsen-Anhalt vor Ort im Salzwedeler Tor mit Gardelegens Bürgermeisterin und Mandy Botzler von der Stadtverwaltung, dem stellvertretenden Landrat Matthias Baumann und Klaus Bernstein. Mit dabei war auch Martin Fricke von der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, die für die On- und Offline-Vermarktung verantwortlich zeichnet und als Besonderheit zu jedem Objekt eine spezielle Landingpage zum Objekt erstellt hat.

Bilder

Und Struhkamp lobte: „Wie so oft, ging es in der Altmark am Schnellsten mit der Inbetriebnahme.“ Sein Dank ging an die Stadt, die „das alles extrem professionell gemanagt hat“, und an den Altmarkkreis, der als zuständige Denkmalschutzbehörde schnell an den notwendigen Genehmigungen gearbeitet hat. Über dieses nicht so häufig vorkommende Lob freute sich Baumann, der auch betonte, dass der Altmarkkreis dankbar für jede Aktion sei, die zur wirtschaftlichen und touristischen Stabilität beitrage. Vor allem in der ländlich geprägten Region sei es nicht immer einfach, jemanden vor Ort zu haben, der Informationen zu den historischen Parks und Gebäuden geben könne.

Versteckte Geräte

Für die Installation des kostenfreien Gartenträume-WLAN in der Altmark zuständig ist die Firma abl social federation. Von ihr war gestern Bernhard Höfling vor Ort, der einiges zu den technischen Besonderheiten erläuterte, auch um das Bild der denkmalgeschützten Bauten zu erhalten. Wie er erklärte, wurde am Salzwedeler Tor ein Access Point installiert, und zwar fast unsichtbar am Tor unter der Dachtraufe. In der Nikolaikirche gibt drei Access Points für den Innen- und Außenbereich.