Jävenitz l Lichtdurchflutet, kindgerecht und farbenfroh, großzügige Freiflächen und ringsum ganz viel Natur – der neue Kindergarten in Jävenitz wird keine Kinderwünsche offen lassen. Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan. In wenigen Wochen soll der Neubau bezogen werden, informierte Stadt-Bauamtsleiter Ottmar Wiesel auf Volksstimme-Anfrage. Der Auftrag für die Möblierung wurde vergeben. Vorbereitet wird derzeit die Vergabe der Aufträge für den Einbau der Schließanlage, für die Baureinigung, für Feuerlöscher und die Beschilderung im Objekt. Fenster und Außentüren sind eingebaut. Abgeschlossen sind auch die Außenputz- und Verkleidungsarbeiten. Zu 80 Prozent wurden die Innentüren eingebaut. Der Trockenbau ist komplett abgeschlossen, ebenso die Fliesenarbeiten. Bis auf einige Restarbeiten sind auch die Malerarbeiten und Elektroarbeiten fertig.

Insgesamt werden es nach Fertigstellung 31 Gewerke sein, die am Neubau der Jävenitzer Kita beteiligt waren. Die Beheizung des Gebäudes erfolgt mit Erdwärme über eine Fußbodenheizung. Hierbei habe der Aspekt einer Wärmeschutz- und Energieeinsparung eine große Rolle gespielt. Das ebenerdige Gebäude wird quasi zweigeteilt genutzt. Im rechten Teil des Gebäudes in Richtung Wald wird sich die Krippe befinden, im linken der Kindergarten mit jeweils drei Gruppenräumen. Die Verbindung oder auch Trennung – je nach Blickwinkel – erfolgt über ein sogenanntes Mittelsegmentbauteil. Hier befindet sich der Haupteingangsbereich mit Mehrzweck- und Sportraum sowie Küchenausgabe. Jeder Gruppenraum hat über Terrassen einen Zugang ins Freie.

31 Gewerke auf der Baustelle im Einsatz

Die Gesamtfläche des neuen Gebäudes beträgt knapp 1300 Quadratmeter. Das Grundstück selbst ist 7000 Quadratmeter groß und liegt direkt am Waldrand. Nicht zuletzt ein ausschlaggebender Punkt für das pädagogische Konzept der Kita, wonach eine naturnahe Erziehung und Bildung ein Schwerpunkt ist. Dieses Vorhaben wurde beim Neubau auch entsprechend berücksichtigt, denn am Gebäude wurden Nistmöglichkeiten für Vögel und Fledermäuse geschaffen. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das alte Kindergartengebäude, das in den 1950-er Jahren gebaut und bis in die 1980-er Jahre hinein immer wieder mit diversen Anbauten erweitert wurde. Die Mädchen und Jungen konnten somit das Wachsen ihres neuen Kita-Gebäudes live mit erleben. Und sie werden bald auch beobachten können, wie das alte Kita-Gebäude abgerissen wird. Dann allerdings aus den neuen Fenstern ihres neuen Weidenkätzchens.

Der Abriss nämlich ist nach dem Einzug der nächste Schritt. Die Fläche wird danach als Spiel- und Freifläche umgestaltet. Der gesamte Außenbereich wird damit großzügig erweitert, denn eine erste Anlage wurde bereits mit dem Kita-Neubau geschaffen. Die Arbeiten dort sind zu 75 Prozent abgeschlossen. Die Bauarbeiten hatten Anfang 2018 begonnen. Mitte Mai des Jahres wurde die Grundsteinlegung gefeiert. Die Kupferhülse mit diversen Dokumenten für die Nachwelt wurde im Eingangsbereich einbetoniert. „Damit werden dann alle quasi über den Grundstein laufen“, hatte Planer Matthias Lofing seinerzeit betont.

Die Stadt investiert in dieses Projekt etwa 2,5 Millionen Euro. Die Finanzierung konnte mit Fördermitteln aus dem Programm zur Förderung von Investitionen und Modernisierung von Kindertageseinrichtungen und Schulen im ländlichen Raum (Stark III, Eler) gesichert werden. 1,9 Millionen Euro wurden bewilligt. Allerdings musste der Stadtrat Anfang 2019 einen finanziellen Nachschlag von gut 600.000 Euro bewilligen. Grund dafür waren die exorbitant gestiegenen Preise in der Baubranche insgesamt (Volksstimme berichtete). Das neue Jävenitzer Weidenkätzchen hat eine Kapazität von 100 Kindern. 40 Mädchen und Jungen können im Krippenbereich betreut werden und 60 im Kindergartenbereich.