Bühne l Alles war vorbereitet. Doch ein wichtiges Detail fehlte noch. Die Gäste aus dem niedersächsischen Bohlsen waren noch nicht eingetroffen. Immer wieder schaute Volker Gomell, Leiter der Bühner Löschgruppe, am Einheitsfeiertag auf seine Uhr. Dann endlich. Ein großer Reisebus kam die Dorfstraße hinauf und hielt am Gerätehaus. 31 gut gelaunte Bohlsener entstiegen ihm. Und es gab ein großes Hallo am Gerätehaus. Man kennt sich gut. Währt die Freund- und Partnerschaft zwischen den Feuerwehren doch bereits 30 Jahre.

Erstes Treffen am 12. November 1989

Unter den Gästen aus Bohlsen waren auch zwei der ersten Stunde: Conrad Welp, der die Bühner kurz nach dem Mauerfall am 12. November 1989 an der Bohlsener Tankstelle traf, sie als DDR-Bürger erkannte und zu Erbsensuppe und Getränken auf seinen landwirtschaftlichen Hof einlud, und Otto Schröder, den ehemaligen Bohlsener Brandmeister, der an dem Tag, an dem Partnerschaft sozusagen begründet wurde, mit dazu stieß.

Einmal im Jahr, immer am Tag der Wiedervereinigung, gibt es ein Treffen, wobei die Besuche wechselseitig stattfinden. Im Jubiläumsjahr waren wieder die Bühner die Gastgeber und hatten eine Menge vorbereitet. So zum Beispiel eine Technikschau, zu dem auch die „Maja“, ein LF25, Baujahr 1939, von der Feuerwehr Bismark gehörte. Denn diese spielte vor 60 Jahren in Bühne eine ganz wichtige Rolle, wie Zeitzeuge Rolf Garz in einem kleinen geschichtlichen Exkurs über die Bühner Feuerwehrgeschichte erzählte. Am 7. Oktober 1959, dem zehnten Jahrestag der DDR, entfachte ein Kuhhirte, der sich Kartoffeln im Feuer rösten wollte, einen drei Hektar großen Moorbrand, der bis Weihnachten andauerte. In der Spitze waren 300 Einsatzkräfte aus dem damaligen Kreis Kalbe vor Ort, so auch die Bismarker mit ihrer Maja. Sie pumpte damals das Löschwasser von der Untermilde bis zum Moor.

Bilder

Gedenkstein und Stele

Doch zurück zur Feuerwehr-Freundschaft zwischen Bühne und Bohlsen, die seit Donnerstag auch nach außen hin gezeigt wird. Gemeinsam wurde vor dem Gerätehaus ein Gedenkstein der Bühner enthüllt, an dem eine Platte an 30 Jahre Mauerfall und 30 Jahre Freundschaft erinnert. Die Bohlsener ihrerseits hatten eine Stele anlässlich des 30-jährigen Jubiläums mitgebracht, die neben dem Stein ihren Platz finden wird, und einen Walnussbaum. „Wir hoffen, dass er anwächst und gedeiht wie unsere Freundschaft“, so Bohlsens Brandmeister Hartmut Lange