Magdeburg. Auch wer hoch hinaus will, muss klein anfangen. Sollte man zumindest meinen. Für drei aufstrebende Filmemacher aus der Altmark gilt das jedoch nicht. Der Gardeleger Elias-Noel Gansewig (13) und die zwei Brüder Elias und Jacob Spalik (14 und 10) aus Schwiesau sahnten mit ihrer ersten gemeinsamen Produktion nämlich direkt den ersten Platz beim Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt in der Kategorie Newcomer ab. „PK21 – Ein verrückter Tag“ lautet der Titel ihres zehnminütigen Filmes.

Verfolgungsjagd mit der Polizei

„Die Filme durften maximal zehn Minuten lang sein. Meine Mutti las von dem Wettbewerb in der Volksstimme und meldete uns direkt an. Und ganz überraschend wurden wir dann sogar für das Finale eingeladen,“ erzählt Jacob Spalik. Gemeinsam mit seinem Bruder Elias drehte er schon zwei weitere Filme, die beide dem Krimi-Genre zugeordnet werden können. „Das ist unser Thema. Auch bei PK21 spielen wir wieder eine Verfolgungsjagd mit Polizei und Verbrecher. Wir schauen viele Polizeiserien wie Achtung Kontrolle! – Einsatz für die Ordnungshüter oder Notruf Hafenkante,“ erzählt sein älterer Bruder Elias.

Erst für den dritten Film konnten sie Elias‘ Klassenkameraden Elias-Noel Gansewig für die Dreharbeiten gewinnen. Das Erstaunliche an der ganzen Geschichte: sämtliche Kostüme und Requisiten bastelten und bauten die drei selbst. „Das fand auch die Jury in Magdeburg so besonders. Die konnten es gar nicht fassen, dass wir das alles in nur zwei Tagen geschafft haben,“ erinnert sich Elias-Noel. Auch alle Rollen wurden von den drei Altmärkern besetzt. Mit Ausnahme des Räubers und der Geisel, für die Oma und Opa Spalik eingesprungen sind. So kam es natürlich auch zu Doppelrollen, denn neben den zwei Polizeibeamten spielen Jacob und Elias-Noel auch noch die Sanitäter. Einzig Elias Spalik hielt sich mit dem Schauspielern dieses Mal etwas zurück: „Ich bin überwiegend für die Kamera und den Schnitt zuständig. Aber ich habe auch einen kurzen Auftritt im Film – ich werde nämlich überfahren,“ scherzt der 14-Jährige.

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Altmärker die jüngsten Teilnehmer

Aus allen Bewerbern wurden lediglich neun Filme mit einem Preis ausgezeichnet. Die weiteren Kategorien waren „Die jungen Teams“ und „Fortgeschrittene“. Als Fortgeschrittene konnte man jedoch quasi die gesamte Konkurrenz bezeichnen, denn unter den Finalisten waren die drei Altmärker die deutlich jüngsten Teilnehmer. „Die anderen waren so Zehnt- und Elftklässler. Wir waren auf jeden Fall die Kleinsten. Teilweise haben sie dort sogar richtige Zeichentrickfilme oder Animes gezeigt. Das war schon krass. Deswegen waren wir schon froh, überhaupt nominiert worden zu sein und als wir dann auch noch den ersten Platz gemacht haben, konnten wir es gar nicht richtig fassen,“ erzählt Jacob Spalik.

Mittlerweile avancierten sie zu kleinen Stars an ihren Schulen. „Natürlich haben es nicht alle mitbekommen, dass wir dort gewonnen haben. Aber von denen, die es wissen, wollen viele eine Rolle in unserem nächsten Film haben,“ freut sich Elias-Noel Gansewig. Aber wer später wirklich im Film mitspielen darf, steht noch nicht fest. Aber sie wissen schon, dass es sehr wahrscheinlich erneut um die Polizei gehen wird. Nach der Preisverleihung lud Mutti Nicole Spalik die drei Filmemacher zur Belohnung auf eine leckere Pizza ein und dann ging es auch schon zurück nach Hause. Am nächsten Tag war schließlich Schule. Der gläserne Preis selbst bekommt einen Ehrenplatz im Wohnzimmer der Spaliks –natürlich in der Nähe des Fernsehers.